Over The Top


von Menahem Golan

Wenn ich noch so einen Rocky Film drehen wollte, müßte ich mich in einen Raum voller Spiegel stellen und mir selbst die Fresse polieren“, dementierte Sylvester Stallone jede Möglichkeit einer Fortsetzung seiner Boxer-Saga. Jetzt boxt er nicht mehr – jetzt drückt er Arm. Und fahrt Truck.

Stallone spielt diesmal Lincoln Hawk, einen herzensguten, bärenstarken Lastwagenfahrer, der gnadenlos vom Pech verfolgt wird. Seine schwer herzkranke Frau muß das Bett hüten, während Sohn Michael unter der Regie des bösen Großvaters zu einem kleinen Tom Cruise erzogen wird. Damit der Kurze wenigstens ein bißchen“.wahres Leben“ mitbekommt, schickt ihn Mami heimlich zu Vati, auf Abenteuer-Urlaub sozusagen. Opa tobt.

Als ob unser wackerer Truck-Driver nicht schon genug Sorgen am Hals hätte, hockt jetzt auch noch ein altkluger Mini-Yuppie auf dem Beifahrersitz, verfolgt von Opas vierschrötigen Handlangern. Nach dem üblichen Hickhack, bei dem etliche Autos, Gesichter und ein klassizistischer Vorgarten dran glauben müssen, fahren alle zum Showdown nach Las Vegas, zur Weltmeisterschaft im Armdrücken. Vater und Sohn Hawk (inzwischen längst ein Herz und eine Seele) führen vor, daß die großen amerikanischen Tugenden — Geldgier, Starrsinn und Muskelkraft — immer noch zum Ziel führen. Sammy Flagar. Kenny Loggins, Asia, Robin Zander (der Sänger von Cheap Trick), Eddie Money und Giorgio Moroder machen die Musik dazu.