Please release me, letmego

Wenn die Rezension eines wichtigen Albums erst zwei Monate nach seiner Veröffentlichung im Musikmagazin zu lesen ist, denkt der Leser: Die spinnen wohl, die beim Musikmagazin! Während die beim Musikmagazin die Frage ans zuständige Label weiterleiten. Nehmen wir heart on von Eagles Of Death Metal. Das erreichte die Redaktionen Ende Oktober mit dem Vermerk: VÖ 23.01.2009. Am 7.11. aber war das Album bereits in jedem Plattenladen zwischen Neheim-Hüsten und Neuburg an der Donau zu haben. Das Label nennt das „Sofi Release“: heart on wurde in den USA am 28.10. veröffentlicht. Um Importeuren das Geschäft zu verderben, wurde das Album vom zuständigen Label „heimlich“, ohne Promoaktivitäten veröffentlicht. Dazu kam, dass die Eagles Of Death Metal erst im Dezember für Interviews zur Verfügung standen. Interview im Dezember bedeutet für ein Monatsmagazin: Artikel in der Februar-Ausgabe. Die erscheint Mitte/Ende Januar – passend zum „offiziellen“ VÖ-Termin. Im Grunde ist dieses Vorgehenein kleiner Betrug, mit dem die Labels die Artikel in genau die Ausgaben der Magazine schummeln, die ihren Promo- und Marketingplänen entgegenkommen. Verarscht darf sich auch der Leser fühlen, wenn er sich fragt: Wann ist ein Release ein Release? Wenn das Album im Laden steht, oder am „offiziellen“ VÖ-Termin?

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.