Prince als elfjähriger Schuljunge: Radiosender entdeckt Videomaterial

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Ein zufällig aufgetauchtes Video zeigt Prince, wie man ihn noch nie gesehen hat – als etwa elffjährigen Jungen auf dem Schulhof in Minneapolis.

Zeitdokument von 1970 zeigt Prince als Schüler

Ein Lehrerstreik im amerikanischen Bundesstaat Minnesota soll den Weg von Matt Liddy, Produktionsleiter beim US-Radiosender „WCCO“, ins Filmarchiv seines Arbeitgebers geführt haben. Dort habe er ein Video gefunden, das Material von einem Streik im Jahre 1970 zeigen sollte. In der Hoffnung, die Bilder in Verbindung mit den aktuellen Streiks bringen zu können, schaute er sich das Video an.

Bei den Bildern soll es sich um 13 Minuten Filmmaterial handeln, das vom Sender restauriert werden konnte. Darin würden Kinder zum Streik-Geschehen interviewt, unter anderem eines, das laut Liddy Ähnlichkeiten mit Prince Rogers Nelson, geboren 1958, aufweise. Später soll die Identität des Musikers tatsächlich bestätigt worden sein.

WCCO bestätigt die Identität des Kindes

Der Produktionsleiter berichtet: „Ich bin sofort in die Redaktion gegangen, habe es den Leuten gezeigt und gesagt: ‚Ich werde euch nicht sagen, was ich denke, wer das ist. Wer ist das? Und jeder Einzelne sagte ‚Prince‚.“ Daraufhin soll WCCO sich bemüht haben, den Ton des Videos zu extrahieren, um die Worte des Kindes richtig verstehen zu können. Dieses soll, umringt von seinen Freunden, Stellung zum Streik nehmen und lächelnd sagen: „Ich denke, sie sollten auch eine bessere Ausbildung bekommen, weil, ähm, und ich denke, sie sollten mehr Geld bekommen, weil sie arbeiten, sie arbeiten extra Stunden für uns und all das Zeug.“

Der Name Prince Rogers Nelson sei im Video nicht gefallen. Dass es sich wirklich um Prince handelt, sei aber später von Zeitgenossen des 2016 verstorbenen Stars bestätigt worden. Die Historikerin Kristen Zschomler, die sich auch mit der Geschichte des Musikers beschäftigt hat, soll laut WCCO die Schule im Hintergrund des Videos erkannt haben und den Kontakt zu einem ehemaligen Freund von Prince hergestellt haben. Sie sei bereits zu diesem Zeitpunkt davon überzeugt gewesen, dass der Junge Prince ist: „Es gibt so viele Übereinstimmungen in seinem Verhalten, seinen Augen und allem anderen, dass es aussieht, als wäre er es.“

„Überwältigende“ Kindheitserinnerungen

Terrance Jackson, der sich als Kindergartenfreund und ehemaliger Nachbar sowie Bandmitglied von Prince vorstellt, soll ihn dann im Video direkt erkannt haben: „Das ist Prince! Er steht genau da mit dem Hut auf dem Kopf, richtig? Das ist Skipper! Oh mein Gott!“ Ihm soll schwindelig vor Lachen geworden sein, als er den kleinen Jungen im Video sah, auf die Worte des jungen Prince wäre er still geworden und hätte daraufhin nur „Wow“ geflüstert, nachher hätte er wieder gelacht. Er sei „überwältigt“ über diese Kindheitserinnerung und soll sich erinnert haben: „Er [Prince] spielte früher schon phänomenal Gitarre und Keyboard“.

Auch Jacksons Frau hätte den Jungen im Film erkannt und empfände es als „einfach unglaublich, ihn so klein und jung zu sehen und seine Stimme zu hören“. Zweifelsohne sei es „Prince, auch bekannt als Skipper to the Northside“, so das Ehepaar.

Die „symbiotische Verbindung“ von Prince und seiner Heimatstadt

Für Historikerin Zschomler sei diese Entdeckung ein entscheidender Schritt im Verständnis des Musikers: „Ich denke, wenn man Prince als kleines Kind in seiner Schule in der Nachbarschaft sieht, hilft das, ihn wirklich mit Minneapolis in Verbindung zu bringen“, formuliert sie. Fortführend erklärt sie: „Selbst wenn es sich nur um kurze Einblicke in das handelt, was Minneapolis für ihn bedeutete, wofür er sich einsetzte, als er in Minneapolis lebte, hilft es, diese symbiotische Verbindung zu verstehen, die er mit seiner Heimatstadt hatte.“

Das Video gibt es hier zu sehen, Prince spricht ab zirka Minute 5:32.

Kürzlich hatte Jack White verlautbaren lassen, die bisher unveröffentlichte Prince-Platte CAMILLE bei seinem Label Third Man Records herauszubringen. Eine Sammleredition des Konzertfilms „Prince and the Revolution: Live“ wird im Juni erscheinen.

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf rollingstone.de +++


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