Queen Ida – Hamburg, Fabrik

Fabrik, Hamburg Von wegen C’mon baby, let the good times roll“ ab heute heißt das „Laissez les bons temps rouler‘.’Durch Miss Piggies spitzschnauzige Bonmots in ihrem ureigensten Schweine-Französisch {Moi, Moi und nochmal Moi), dürfte der eine oder andere das mühelos verstehen. Wer bei diesem Konzert war, versteht jetzt auch französisch beeinflußte Musik – und liebt sie! Franzosen sind ja bekanntermaßen sehr nationalstolz. So ist es auch nicht verwunderlich, daß französische Siedler, die sich vor ca. 150 Jahren im heutigen Louisiana niederließen, heimatliche Sprache und Musik aufs beste pflegten. Die Musik der „Cajuns“, wie die Siedler genannt wurden, vermischte sich im Laufe der Zeit mit karibischen, kreolischen und „schwarzen“ Elementen. Und heraus kam die fröhlichste, mitreißendste, umwerfendste Musik überhaupt: Zydeco. (Sprich: Seidekö). Die Königin dieser volkstümlichen Klänge schaffte es, beim allerersten Quetschen ihrer Kommode absolut jeden zu verzücken. Queen Ida, ,1a reine Ida“, beherrscht auf dem von ihr bevorzugten Hohner-Akkordeon alles, was es an traditioneller Musik gibt, von „Mon Paradis“ (Louisiana natürlich) über „Bad Moon Rising“ von Creedence Clearwater Revival bis zu Mink DeVilles „Mazurka“. Sie spielt, singt mit ihrer kräftigen Stimme, lacht, legt los – und der Saal rast. Wem immer sich die Gelegenheit bietet, Ida Guillory, ihren Bruder Wil am Waschbrett, die energische Lisa an der Violine, Gitarrist Clyde Dayson, Bassist Francois CaUoway und den knackigen Trommler Pepe Depew zu sehen: Nichts wie hin! Wenn es tatsachlich noch Musik geben sollte, die alle Menschen zu Brüdern und Schwestern werden läßt, dann ist es Zy- de-ko! Dansez, mes amis!

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