Radiohead-Sänger Thom Yorke lässt Alben bei Streaming-Diensten entfernen

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Hat keinen Bock mehr auf Streaming-Ausbeute:Thom Yorke, hier live mit Atoms for Peace  in der Slowakei beim Pohoda Festival a

Thom Yorke und sein langjähriger Gefährte, der Produzent und Musiker Nigel Godrich, blasen zum Angriff. Ihr Gegner: Streaming-Dienste wie Spotify und Co. Die beiden Musiker haben mit sofortiger Wirkung verfügt, dass drei ihrer Alben nicht mehr angeboten werden dürfen. Mit ihrer Aktion richten sich Yorke und Godrich gegen die unfaire Behandlung junger Künstler.

Betroffen sind hiervon das 2006 erschienene Soloalbum von Thom Yorke, THE ERASER, das Debüt AMOK (2013) der von Yorke zusammengetrommelten Supergroup Atoms For Peace, sowie das erste Album des Godrich-Projektes Ultraísta, das 2012 erschien. Alle drei Alben sind sowohl bei Spotify als auch bei Rdio nicht mehr verfügbar. Bei anderen Diensten sind die Alben teilweise noch zu hören.

Ziel des Embargos sind ganz bewusst die Big Player der Streaming-Branche. Die nämlich sollen laut Yorke und Godrich vor allem jungen Künstler unfair behandeln. Bei den aktuellen Modellen bleiben selbst bei Millionen von Plays am Ende nur wenige Tausend Dollar für die Band. Das Geld ginge an andere. So twitterte Thom Yorke: „ Macht keinen Fehler. Junge Künstler, die ihr auf Spotify entdeckt, werden nicht bezahlt, während Aktionäre in Kürze in Geld baden können.“

Nigel Godrich selbst hingegen hält den Kreuzzug gegen die Übermacht von Spotify und Co. offenbar schon von Anfang an für gescheitert. Er twittert etwas zynisch: „Kleiner bedeutungsloser Aufstand.“ Immerhin aber scheinen sie mit ihrer Kritik nicht ganz alleine dazustehen. So versicherte der britische Musiker Kieran Hebden, besser bekannt als Four Tet, an Godrichs Twitter-Wall, alle Platten seines Labels entfernt zu haben. Auch der kanadische Musiker Ron Sexsmith bekundet per Twitter sein Verständnis.

Spotify hat derweil auf die Vorwürfe reagiert und in einem Statement in der Music Week mitgeteilt, dass bis heute Künstler mit rund 500 Millionen Dollar an den Einnahmen von Spotify beteiligt wurden. Bis zum Ende des Jahres soll sich diese Zahl verdoppeln.



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