Report aus München


Tyrese R&B-Star und Gelegenheitsschauspieler

Woher kommst du und wo lebst du?

Ich komme aus Watts in South Central, LA. Dort musst du immer damit rechnen, angegriffen, überfallen oder getötet zu werden. Auch ohne Grund.

Glaubst du, dass Bush mit dem Irak-Krieg von seinen innenpolitischen Problemen ablenken wollte?

Ja klar! Denn außer diesem Krieg hat Bush nichts auf die Reihe bekommen. Der Wirtschaft geht es so schlecht wie seit den 30ern nicht, wir haben mehr Arbeitslose als je zuvor, und das Sozialsystem steht vor dem Exitus.

Wie lange kommen die „stupid white men“ damit durch?

Bis die Bevölkerung so verzweifelt ist, dass sie sich dagegen wehrt. Aber das ist noch nicht der Fall. Momentan herrscht Lethargie – und das nutzen sie schamlos aus.

Wie steht es mit dir – traust du dir zu, öffentlich Stellung zu beziehen?

Ich glaube nicht, dass mich jemand ernst nehmen würde. Es müssten Leute sein, die Macht haben und Souveränität ausstrahlen …

Zum Beispiel?

Jesse Jackson, Halle Berry, Denzel Washington, Aretha Franklin – große schwarze Persönlichkeiten des Showbiz, die bei den Leuten Eindruck hinterlassen … Würdest du denn für amerikanische Truppen im Golf oder an einem künftigen Kriegsschauplatz singen ?

Niemals! Ich bin kein Patriot und würde mich niemals zur Marionette der Politik machen lassen.

Welcher ist der beste Polit-Song aller Zeiten?

Marvin Gayes „What’s Going On“ und „War“ von Edwin Starr. Beide sind wütend, haben Soul und bringen die Angst, die Verunsicherung, die Wut auf den Punkt. Neues Album: I Wanna Go There (J/BMG)

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