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Amythyst Kiah Wary + Strange


Concord/Universal (VÖ. 18.6.)

von

Amythyst Kiah veröffentlichte bisher ein Album und eine EP. Ersteres alleine, zweitere mit ihrer Begleitband Chest Of Glass. Beide sind sie geprägt von zwei Dingen: einer großen Stimme und einem sehr genauen Wissen um die Traditionen von Bluegrass, Folk und der Old-Time-Music der Appalachen. Vor etwas mehr als zwei Jahren sang sie in dem Projekt „Songs Of Our Native Daughters“ an der Seite von Rhiannon Giddens, Leyla McCalla und Allison Russell über die Geschichte und die Identität Schwarzer Frauen in den USA. Für ihre Popularität ein Schub nach vorne, der vermutlich eine gehörige Rolle bei der Realisierung von WARY + STRANGE spielte.

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Kiah arbeitet hier gemeinsam mit dem Produzenten Tony Berg (Phoebe Bridgers, Andrew Bird), vor allem aber mit Session-Musikern wie Ethan Gruska, Gabe Noel und Wendy Melvoin. Ziemlich gute Leute, die schon mit Stars wie Fiona Apple, Kamasi Washington und Prince musizierten, hier aber eher Bausteine sind: Kiah konstruiert gemeinsam mit ihnen einen Sound, der im besten Sinne des Wortes geerdet ist, vor allem aber sehr variabel.

Die beiden Single-Auskopplungen dienen als gute Leitplanken: Vom – nein, nicht Bluesrock, eher Rock-Blues im Ausnahmetrack „Black Myself“ bis zur Ballade „Wild Turkey“ reicht die Bandbreite, dazwischen: das majestätische Streicher und Bluegrass-Picking vereinende „Firewater“, das atmosphärische „Tender Organs“, kontemporäre Beats in „Sleeping Queen“. Zusammengehalten wird all das von einer Stimme, die, wie eingangs erwähnt, groß ist, mehr noch: variabel, mal zärtelnd, mal aggressiv, mal in der Kontemplation, mal tiefe Trauer tragend.


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