Beth Orton – THE GROUND ABOVE: Stimme am Limit

Mäandernde Mood-Platte zwischen Jazz, Ambient und Mühsal.

Heutzutage Beth Orton zu hören, ist eine seltsam desorientierende Erfahrung. Die Britin, die in den Neunzigerjahren durch die sachte Verknüpfung von Songwriter-Folkpop und Electronica auffiel, lässt sich hier, wie schon auf WEATHER ALIVE (2022), mit ihren Mitmusikern durch Songs treiben, die im Fluss sind, gemächlich an- und abschwellen, sich schließlich verflüchtigen. THE GROUND ABOVE, wieder von Orton selbst produziert, ist eine Mood-Platte zwischen Midtempo und Ballade, mit jazzig-souligen Arrangements, Ambient-Sounds und schwermütigen Gefühlen von Nostalgie und Verlust.

Ein bisschen wie die verspulte Cousine von Cat Powers THE GREATEST. Strukturen oder Melodien zum Festhalten gibt es wenige. Man muss sich dem Mäandern und der Atmosphäre der selten unter die fünf-Minuten-Marke rutschenden Stücke hingeben. Was teilweise funktioniert.

Wenn das Album aber doch mal in Wallung kommt, wird die Energie leider von Ortons Gesang ausgebremst. Immer schon fragil, ist ihre Stimme mittlerweile sehr brüchig und gerät schnell aus der Bahn, sodass man wünschte, sie würde sich derlei Anstrengung ersparen. Aber: Respekt für den Einsatz!

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