Chrysta Bell We Dissolve


Meta Hari

Was muss eine Musikerin anstellen, damit David Lynch über sie sagt, sie mute an wie ein schöner Alien? Dieser Vergleich soll dem Großfürst der Seltsamkeit entfahren sein, als er Chrysta Bell zum ersten Mal singen hörte. Seitdem verbindet die beiden ein kreatives Verhältnis, schon auf dem Cover von Bells Album THIS TRAIN prangte „David“ auf ihrer Wange. Darüber ein Herz. Und damit könnte dieser Text auch schon beendet sein, denn wie eine Lynch-Vertraute klingt, scheint offensichtlich: abgründig, verdreht, dunkel.

Erfährt man dann noch, dass die Texanerin ihr neues Werk WE DISSOLVE mit John Parish produziert hat, Wegbegleiter von PJ Harvey; dass Musiker wie Stephen O’Malley, Gitarrist bei Sunn O))), und Adrian Utley von Portishead involviert sind, ist jeder Zweifel ausgeschlossen: Eine gigantische Blue-Velvet-Soul-Jazz-Schlafzimmerrock-Extravaganza muss diese Platte sein! Und theoretisch stimmt das auch. Whiskeymüde Bläser in „Devil Inside Me“, der fiese Sog von „Planet Wide“, der Glanz alter Amüsierlokale, der in „Gravity“ sacht aufschimmert, all das könnte einen in die blaueste aller Stunden versetzen. Blöd nur, dass sich trotz aller Pracht das Gefühl einstellt, diese Film-Noir-Erzählung klinge ein wenig zu ausgedacht. Ist dies das Ergebnis, wenn sich Dutzende Männerideen von Erotik in einem Album vereinen?


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