Froth Outside (Briefly)


Wichita/[PIAS] Coop/Rough Trade

von

Auf ihrer ersten Platte war kein Ton zu hören. Sie begannen als zweiköpfige Fakeband, die ein Albumcover entwarf, aber keine Musik machte. Alles sollte ein gut konzipierter Witz sein. Mehr nicht. Wäre nur nicht dieses verdammte musikalische Talent dazwischengekommen. Inzwischen sind Froth zu viert und avancieren langsam vom südkalifornischen Geheimtipp zu einer anerkannten Neo-Psychedelic Rockband mit internationalem Tourplan.

Im Video zu „Contact“, der ersten Singleauskopplung des aktuellen Albums OUTSIDE (BRIEFLY), spielt ein blasser schnauzbärtiger Mann in Helm und Unterhose Astronaut. Passend dazu hören wir Sänger JooJoo Ashworth, wie aus weiter Ferne (dem All vielleicht) eine unaufwendige Melodie über Cameron Allens präzise Drums hauchen. Insgesamt wird es dann eher tanzbar als abgehoben. Eine wabernde, flirrende Gitarre, die sich auch mal wild aufschwingt, umspielt den pointiert eingesetzten Bass – besonders deutlich zu hören in „Passing Thing“.

Ashworths Stimme verschwindet leider manchmal zu sehr im Hintergrund. Sein Gesang ist von gleichbleibender Kühlheit. Eher Konzept als Leidenschaft und in seiner Konsequenz durchaus reizvoll. Offensichtlich ist Froth eine Band aus Ästheten, die Musik behandelt wie einen Design­gegenstand, der seinen Zweck erfüllt, vielleicht sogar ein wenig Spaß macht, aber keine tiefempfundene Euphorie auszulösen vermag.


Die besten Filme des Jahres 2018
Weiterlesen