Jay-Z :: The Blueprint 3

Der Zeremonienmeister des Räp will es noch mal wissen, aber das Material hinkt seinem eigenen Erneuerungsanspruch hinterher. Man fragtsich schon, warum Shawn Corey Carter alias Jay-Z überhaupt noch Platten macht. Warum will sich einer wie er weiterhin mit einer Musik beweisen, die überhaupt nichts mit der Welt der Etablierten und Millionäre zu tun hat? Und vor allem: Kriegt er es noch hin? Seit der ersten Ausgabe der THE-BLUE-PRINT-Reihe vor acht Jahren hat es von Jay-Z nichts annähernd so Gutes gegeben. Auch dieses Album ist irgendwie nur halb brauchbar. Gleich mal mit Luke Steele von Empire Of The Sun loszulegen, ist eine gute Idee, aber man hört den Einfluss des Australiers kaum. Bei „Empire State Of Mind“, einem der auffälligsten Tracks des Albums, ist es genau umgekehrt, hier schmeißt Alicia Keys die Show mit ihrem kraftvollen Gesang im Alleingang. Dann fordert Herr Carter in „Death Of Auto-Tune“ öffentlichkeitswirksam das Ableben des Vocoders, aber sein kreativer Partner auf diesem Album ist Kanye West, also der Wiederentdecker der Roboterstimme im Hip-Hop. Das ist inkonsequent. Und Jav-Zs eigenem Anspruch, der Welt neue musikalische Entwürfe zu präsentieren, wie es der Titel dieser Werkreihe nun einmal suggerieren will, hinkt der Entrepreneur oft hinterher, vieles hier ist Routine. Am Ende, beim nahezu originalgetreuen Update von Alphavilles „Forever Young“ (!), reißt der Geduldsfaden dann endgültig. www.jay-z.com

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