Jerry Lee Lewis :: 1973-1977

Wo Richard Weizes Oldies-Spezial-Label Bear Family Records (Achtern Dahl 30, 2864 Vollersode, 04794-1399) „zuschlägt“, bleibt so gut wie kein jemals produzierter Ton unveröffentlicht. So liegt denn von Jerry Lee Lewis, kurz „The Killer“ genannt, bereits die dritte fette Box vor. Nach The Killer 1963-1968 (8FX 15210) und 1969-1972 (BFX 15228) sind nun die Jahre 1973-1977 (BFX 15229) auf 12 LPs dran. Erneut erleben wir die ganze erstaunliche Bandbreite des Killers: Jerry Lee singt Country Music mit und ohne Rock-Einschlag, streift durch den Blues, greift auf alte Rock ’n‘ Roll-Titel zurück, die er oft witzig variiert, stellt alternative Fassungen des gleichen Stücks vor, kümmert sich einen Dreck um Stilreinheit, läßt sich von Dutzenden von hochkarätigen Musikern begleiten, lobt sich selbst im Text penetrant oft — und manchmal auch den Herrn Jesus. Immer dabei: Sein Piano, das er noch immer mit hohem Wiedererkennungswert bearbeitet, während die Stimme reifer, weniger explosiv wie in den frühen Jahren klingt.

Von den 12 Platten ist Vol. 4 das interessanteste Einzelalbum. Southern Roots/ Back Home To Memphis wurde von Huey Meaux mil der Elite des Muscle Shoals-Studios produziert. Bester Südstaaten-Rock! Der Cassette liegt ein 114-Seiten-Booklet mit Hintergrundinformationen, seltenen Fotos und einer wahnwitzigen Discographie bei. Da sich solch eine Edition nicht an „Normalverbraucher“, sondern nur an Totalfans und Musikforscher wendet, kann die Bewertung nur lauten: 6

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.