Jimi Hendrix

Experience Los Angeles Forum – April 26, 1969

Legacy/Sony (VÖ: 18.11.)

Blues, Funk, Rock in Zeiten bemannter Weltraumfahrt.

Das Frühjahr 1969 war eine schwierige Zeit für die Jimi Hendrix Experience, einerseits, weil das persönliche Verhältnis des Bassisten Noel Redding zu seinem Arbeitgeber zunehmend getrübt schien, andererseits, weil Hendrix längst keine Lust mehr verspürte, allabendlich seine Greatest Hits in handlichen Drei-Minuten-Versionen abzunudeln. Auch im Los Angeles Forum warf er sich mit Schlagzeuger Mitch Mitchell lieber die Bälle zu, was in munter ausufernden Improvisationen resultierte, in denen Redding meist nur eine Nebenrolle spielte.

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Das ist Blues, Funk, Psychedelic – aber bisweilen, wenn Hendrix in die obere Stratosphäre abhebt und Mitchell exzessiv synkopiert, näher am befreiten Jazz als an dem, was man gemeinhin Rock’n’Roll nennt. Nur eben so elektrisch, wild und roh, dass aus heutiger Sicht die meisten damaligen Kollegen wie Sachbearbeiter wirken, die MC 5 und Mothers Of Invention ausdrücklich ausgenommen. Wer das bezweifelt: Die zwölfminütige Version von „Spanish Castle Magic“ ist partiell mehr musikalischer Bewusstseinsstrom denn handelsübliche Kombination aus Strophen, Riffs, Refrains und Solos.

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Hendrix-Shows waren ein Ritt auf der Rasierklinge, denn die Beteiligten scheuten kein Risiko. LOS ANGELES FORUM – APRIL 26, 1969 präsentiert zwar nicht die beste Experience aller Zeiten, aber eine, die es kurz vor Schluss nochmal wissen wollte. Acht Wochen später war sie Geschichte.

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