Kurt Vile :: Smoke Ring For My Halo

Matador/Beggars/Indigo

Der Singer/Songwriter aus Philadelphia hat den Radio-Rock der Siebziger und Achtziger einer konsequenten Stone-Washed-Behandlung unterzogen.

Es wird nicht wenige Menschen geben, die Kurt Vile erst mit diesem, seinem vierten Album (abgesehen von den vorab veröffentlichten, limitierten CD-Rs) kennen lernen. Sie sollten wissen, dass der Singer/Songwriter mit seiner 2009er CD Childish Prodigy bereits eine erste Hype-Runde absolvierte, dass die US-Medien ihn in den Rang eines Anführers der „White Noise Americana Bewegung“ katapultierten. Kurt Viles spezielles Talent besteht darin, den Radio-Rock der Siebziger und Achtziger einer konsequenten Stone-Washed-Behandlung zu unterziehen und damit diese hervorragend verblichenen Lieder zu erhalten, wie wir sie aus anderen Gewichtsklassen von Ariel Pink und der Band Washed Out (sic!) kennen. Man darf, ja man soll diesen Tracks ihre Gebrauchspuren anmerken, der Künstler will uns in keiner Minute hinters Licht führen. Smoke Ring For My Halo ist eine Sammelstelle reichlich abgespielter, irgendwie auch vertrauter Tracks, mal zittern die Gitarrenflächen unter der Last der Worte, mal inszeniert Vile sich als Rocker in An- und Abführung. Das, was er spielt, ist trotzdem alles andere als ein Abgesang auf die goldenen Zeiten des Rock, er bringt nur die fernen Echos auf eine Kultur zutage, die schon zu alt ist, um noch einmal das Kürzel „Jugend“ zu tragen. Würden die Songs von Kurt Vile nicht aus einer Entfernung von ungefähr 100 Lichtjahren zu uns rüberwehen, bräche er uns sogar das Herz. Wenn wir vorher nicht schon Gil Scott-Heron und Jamie XX gehört hätten diesen Monat.

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