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Matias Aguayo & The Desdemonas Sofarnopolis

Crammed Discs/Indigo (VÖ: 13.10.)

von

Wer jetzt bei Bandname und Albumtitel an eine Rock’n’Roll-Combo und Marjane Satrapis Graphic Novel „Persepolis“ denkt, in der die Autorin ihre Kindheit und Jugend im Iran schildert, liegt so falsch nicht. Auf SOFARNOPOLIS verbindet Matias Aguayo akus­tische Flashbacks aus seinen Teen­agerjahren mit Erkundungen in einem weiten Spektrum zwischen Roots-Rock, Postpunk, Tropicalia und angedeuteten Dub-Sounds. Der Sänger und Elektroproduzent landet damit weit entfernt von seinen stilbildenden Aufnahmen für das Kölner Kompakt-Label, nur ein paar Beats erinnern noch an den Vorgänger THE VISITOR (2013).

„Vocal Arranger“ kommt der technoiden Rockabilly-Raserei von Suicide nahe, „After Love“ wildert im Garten des Free Jazz, „Antidoto“ zum Finale ist ein dunkles Pop-Fragment. Zusammen finden diese scheinbar disparaten Elemente in einem spukigen Klanguniversum, das sich der Gegenwart verweigert. Im selben Moment ist SOFARNOPOLIS dann doch wieder ein Album zur Zeit geworden, weil Aguayo mit den 13 Tracks ein Statement gegen die kurzen Social-Media-Aufmerksamkeitsspannen setzt. Der Künstler möchte mit uns in seine Musik eintauchen, auf dem Album spielen gleich mehrere imaginäre Bands, deren Beiträge am Ende in einem ortslosen Stammestrommeln zusammenkommen. Es gibt wehmütige Chöre, es zischt und bollert auch ein wenig wie im Rock’n’Roll. Licht aus und laut hören!

Klingt wie: Suicide: Suicide: Alan Vega and Martin Rev (1980) /OST: Twin Peaks (1990) /Matias Aguayo: The Visitor (2013)

 

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