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Nene H Ali


Incienso (VÖ: 16.7.)

von

Beste Aydın alias Nene H hat mehrere Heimaten: In Istanbul ist sie geboren, ihren ersten Wohnort Berlin trägt sie im Herzen, und inzwischen verbringt sie auch viel Zeit in ihrem zweiten Wohnort Kopenhagen, wo sie eine Residency im Club Endurance hat. ALI, das Debütalbum der Produzentin, klingt entsprechend wie das Werk einer Weltbürgerin und Vagabundin: Zuvorderst sind Einflüsse aus Techno, Middle-Eastern-Musik und türkischem Folk zu hören, dazu kommen Elemente aus Noise, Industrial, Ambient, Drone und choraler Musik.

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Gewidmet ist das Album ihrem verstorbenen Vater; in zwei Spoken-Word-Stücken verarbeitet Aydın ihre Trauer, die eingesprochenen lyrischen Passagen verbindet sie mit düsteren Electronicaklängen („Rau“) beziehungsweise sphärischen Ambientsounds („Reue“). Das polyrhythmische „ Lament“ ist mit seinem Spannungsbogen und den satten Bässen ein echter Hit, „The Hustle“ eignet sich mit seinen geschichteten und gebrochenen Beats sehr gut für die erste Post-Corona-Party im Kellerclub. Passt zu Berlin, passt zu Istanbul, passt überallhin.


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