The Hold Steady Open Door Policy


Positive Jams/Membran (VÖ: 19.2.)

von

Mitte der Nullerjahre legten The Hold Steady einen fulminanten Aufstieg als Neo-Heartland-Rocker hin, dann jedoch drohte die Karriere auszutrudeln. Die Band verordnete sich zuletzt Effizienz: Singles statt Alben. Gigs an zentralen Orten statt Ochsentouren – lieber drei Mal London als Dublin, Dundee, Humberside. Schließlich stellte Sänger und Texter Craig Finn jedoch fest, dass er bei diesem Ansatz etwas vermisste.

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Der Mann mag es, mit seinen Lyrics große Bögen zu spannen. Er bleibt seinen Charakteren und den Orten ihres Wirkens treu, es wäre möglich, aus der Essenz aller seiner Songs einen Roman zu erstellen. Daher pochte Finn nun auf dieses komplette Album: Er hatte etwas zu erzählen. Seine neuen Songs handeln von Figuren, die unter die Räder kommen. Im Spiel sind Drogen und Krankheiten, ständig finden sie sich in Hospitälern und Reha-Einrichtungen wieder, beherrscht von zwei Ängsten: Werde ich wieder fit? Und wie um Himmels willen soll ich die Therapie bezahlen?

Wäre Craig Finn Europäer, er wäre einer der letzten echten Sozialdemokraten. Weil seine Texte dieses Mal außerordentlich düster sind, verzichtet die Band größtenteils auf die Euphorie, die Alben wie BOYS AND GIRLS IN AMERICA oder STAY POSITIVE so fabelhaft gemacht hat. Dass die Platte trotzdem kickt, liegt an Craig Finns Emphase und an den beiden Bläsern: Jeder Einsatz von Saxofon und Trompete holt die Protagonisten dieser Songs aus dem Jammertal.

„OPEN DOOR POLICY“ im Stream hören:


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