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Highlight: Musikalische Energie muss raus: Regisseur Steven Spielberg spielt Klarinette

Tilman Rossmy über David Sylvian


Teil 1 – Tilman Rossmy

1998 oder so sollte ich mal wieder für’s Intro Platten vor Gericht machen… ich war gerade auf dem Höhepunkt meiner Anti- Independent-Phase und war ziemlich genervt von diesem ganzen Geschrammel und entschloss mich, das Ganze abzusagen, was ich dann auch tat… Kurz darauf gingen wir auf Tour… und ich hatte vergessen, Cassetten für den Tourbus vorzubereiten, also griff ich kurzerhand in die fast unberührte Intro-Kiste und holte die einzige Cassette raus und packte sie ohne große Hoffnung in meine Reisetasche… nun es stellte sich heraus, dass dies die einzige Cassette war, außer Folke’s Ukulele Musik 😉 …also landete sie kurz vor Hannover im Rekorder (irgendwie hießen Cassetten-Abspielgeräte immer Rekorder, selbst wenn sie gar nicht aufnehmen konnten) …und auf einmal wurde es still im Wagen… Wir konnten einfach nicht aufhören zuzuhören, vollkommen überrascht, ergriffen von Schönheit und… ja, sowas wie Respekt, hier hatte jemand ein Werk geschaffen, nicht nur etwas, was kickte, das hier hatte eine andere Dimension… Die Cassette verließ den Rekorder nur noch selten, und wenn, dann nur, um schnell wieder zurückzukehren. Nach der Show in Aachen hatten wir den ganzen Tag Zeit, um bis nach Darmstadt zu kommen, also fuhren wir kleine Rheinuferstraßen entlang, die perfekte Landschaft zum Soundtrack… liegt Thalheim eigentlich irgendwo im Rheinland? Dieser Ort wird auf jeden Fall von David besungen und er muss da etwas schönes erlebt haben, denn Dankbarkeit fließt aus ihm… ist das mein Lieblingssong oder doch gleich das erste Stück ‚I Surrender’, das fast so relaxt daher kommt wie einer der besseren Sade-Songs… aber diese Stimme ist irgendwie anders, bei aller Relaxheit ist da auch immer etwas… angenehm… unheimliches… was sagst du, Ralf?

Teil 2 – Ralf Schlüter

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Wir waren als Trio unterwegs, Rob hatte was anderes vor. Später stießen noch Susan James und ihr Hund dazu. Im Auto lief fast durchgehend die Sylvian-Kassette wie eine Art Einrichtungs- gegenstand. Gesprochen haben wir selten. Ich erinnere mich an lange Fahrten, rollende Räder und aus dem Fenster gucken. Das war eine kontemplative, fast meditative Stimmung. Es gab keine Möglichkeit, keinen Grund zu „skippen“ und wir hatten Zeit. Die Musik ist elegisch und elegant. Die Arrangements scheinen zu schweben. Sylvian schöpft aus verschiedensten Welten: Ambient, Exotica, Jazz. Ohne beliebig oder bemüht zu wirken knüpft er (mit Unterstützung namhafter Musiker) tolle Songs fern von Charts und Trends. Was meint Folke dazu?

Teil 3 – Folke Jensen

Je nun….. ich muss ganz ganz ehrlich gestehen, daß ich David Sylvian früher nicht auf meinem Zettel hatte, nur der Name war mir geläufig. Zu Japan-Zeiten galt Sylvian ja eher als unhip und ich betrachtete das doch alles mehr als Mädchen-Musik. Seine Solo-Anfänge hatte ich dann leider verpasst. Zum Glück bin ich auf unserer 99er Tour eines Besseren belehrt worden. Die Platte DEAD BEES ON A CAKE ist ein stupendes Meisterwerk. Songwriting, Performance, Production, Booklet-Gestaltung… alles stimmt. Da ist nichts musikalisch fadenscheinig, Schubladen werden nicht bedient, irgendwie Freestyle. Naja, nach der Tour hab ich mir dann gleich die CD geholt. Ganz nebenbei ist die Platte hervorragend aufgenommen und ich benutze sie bis heute im Studio als Soundreferenz.Das

Tilman Rossmy Quartett

hat zuletzt das Album IN EINEM FREMDEN LAND veröffentlicht und geht im Mai auf

Deutschlandtour

.

Tilman Rossmy Quartett – 28.04.2008

Tilman Rossmy Quartett gibt es bei


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