Rob Reiner bei den Oscars: Billy Crystals bewegende Rede
Billy Crystal erinnerte bei den Academy Awards 2026 an Rob Reiner. Mit Meg Ryan, Demi Moore und weiteren Stars würdigte er den Regisseur von „When Harry Met Sally“.
Es war einer der stillsten Momente der diesjährigen Academy Awards. Während des „In Memoriam“-Teils der Show trat Komiker und Regisseur Billy Crystal auf die Bühne, um an seinen Freund zu erinnern: Regisseur Rob Reiner, dessen Filme „When Harry Met Sally“, „Stand by Me“ und andere über Generationen hinweg Maßstäbe setzten.
Reiner war im Dezember 2025 gemeinsam mit seiner Frau Michele Singer Reiner tot in ihrem Haus im kalifornischen Brentwood gefunden worden. Laut Gerichtsmedizin starben beide an „mehreren Stichverletzungen“. Ihr Sohn Nick Reiner wurde später wegen zweifachen Mordes angeklagt und plädierte im Februar auf nicht schuldig.
Diese Tragödie überschattete die gesamte Awards-Saison, die sich über zahlreiche Conventions und Gala-Veranstaltungen hinzieht. Bei den Oscars ging es jedoch vor allem um Reiners Werk und die Menschen, die er geprägt hat.
Eine Freundschaft, die auf einer Sitcom-Bühne begann
Crystal begann seine Rede mit einer Erinnerung an den Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Kennengelernt hatten sich die beiden beim Dreh einer Folge der Sitcom „All in the Family“, in der Crystal Reiners besten Freund spielte. „Es lief so gut“, erzählte Crystal, „dass Rob sagte: Es hat Spaß gemacht, deinen besten Freund zu spielen. Warum machen wir nicht einfach weiter?“
Das US-Original wurde später über eine britische Adaption unter der Regie von Wolfgang Menge zur deutschen Erfolgsserie „Ein Herz und eine Seele“ der 1970er-Jahre – mit dem legendären Ekel Alfred, gespielt von Heinz Schubert.
Aus der Begegnung von Crystal und Reiner entstand eine jahrzehntelange Zusammenarbeit. Crystal erinnerte daran, wie Reiner sich vom Comedy-Darsteller zum Regisseur entwickelte, der einige der beliebtesten Filme der 80er- und 90er-Jahre schuf – darunter „This Is Spinal Tap“, „The Sure Thing“, „The Princess Bride“, „Stand by Me“ und „When Harry Met Sally“.
Ein Weltstar-Aufgebot auf der Oscar-Bühne
„Die Filme meines Freundes Rob werden ein Leben lang bleiben“, sagte Crystal. „Sie handeln davon, was uns zum Lachen bringt, was uns zum Weinen bringt – und davon, was wir sein wollen: freundlicher, lustiger und menschlicher.“
Zum Ende der Rede öffnete sich die Bühne, und hinter Crystal erschien eine Gruppe Schauspieler aus Reiners Filmen. Neben ihm standen Meg Ryan, Kathy Bates, Demi Moore, Jerry O’Connell, Annette Bening, Mandy Patinkin, Cary Elwes, Fred Savage, Christopher Guest und Michael McKean im Rampenlicht – viele von ihnen verdanken Reiner einige ihrer bekanntesten Rollen.
Crystal schloss seine Ansprache mit einem Satz, der direkt auf „The Princess Bride“ anspielte: „Buddy, what fun we had storming the castle.“
Corey Feldman und der Streit um eine Einladung
Nicht alle Weggefährten waren bei der Zeremonie anwesend. Corey Feldman, der als Kind in der Stephen-King-Verfilmung „Stand by Me“ mitspielte, schrieb vor der Show auf der Plattform X, dass er nicht eingeladen worden sei. Zugleich bat er seine Fans, keine Petitionen für seine Teilnahme zu starten. „Es geht nicht um mich“, erklärte er. „Es geht um den tragischen Verlust unseres Freundes Rob.“
Bereits zuvor war Reiner bei den Critics-Choice-Awards geehrt worden. Moderatorin Chelsea Handler nannte ihn dort „den nettesten Typen in Hollywood“. Wer Zeit mit ihm verbracht habe, sagte sie, habe sofort das Gefühl gehabt, mit einem alten Freund zu sprechen – ein Bild, das auch die „In Memoriam“-Zeremonie prägte.





