Rory Gallagher

Live war er immer am besten. Und wenn seine Begleitband schon längst in der Garderobe einen gelungenen Gig feierte, stand Rory Gallagher immer noch auf der Bühne, um mit der akustischen Gitarre irische Trinklieder und ländlichen Blues zu intonieren: Ein Unikum in Jeans und Karohemd, das sich lieber an einem Whiskeyglas festhielt, während die tonangebenden Glamrocker der Siebziger mit Schminke, Plateau-Tretern und einer Nase voll Koks kokettierten. Sein geradliniger Bluesrock, mit dem er sich als erster und einziger Ire in die Ruhmeshalle der „Gitarrenhelden“ spielte, ließ ihn in den frühen Siebzigern weltweite Erfolge feiern. Als „Star“ wollte sich der Bluesfreak aus dem Provinznest Ballyshannon dennoch nicht sehen: „Ich bin nur ein irischer Sänger, der auch Gitarre spielt“ – letztere allerdings seit seinem sechsten Lebensjahr. Gallagher trotzte jedem Zeitgeist und blieb sich auch in den achtziger Jahren treu, als seine Breitenwirksamkeit deutlich nachließ – auf eine kleine, aber umso treuere Fan-Gefolgschaft konnte er sich immer noch verlassen. Zu seinen besten Alben zählen ‚Taste‘, das Debüt seiner gleichnamigen Band von 1969, sowie die Solowerke ‚Deuce‘ (71), ‚Live In Europe‘ (72), ‚Blueprint‘ (73) und ‚Irish Tour‘ (74). Rory Gallagher erlag in London einer Atemwegsentzündung, nachdem ihm kurz zuvor eine Spenderleber implantiert worden war. Er wurde 46 Jahre alt.

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