Sarah Engels: Keine Feministin – obwohl ihr Album „Strong Girls Club“ heißt

Sarah Engels will keine Feministin sein, weil sie Männer mag. Ihr ESC-Song „Fire“ handelt von weiblicher Stärke. Fans fassen sich an den Kopf.

Sarah Engels sorgt mit einem Interviewausschnitt für Aufsehen. Die 33-Jährige tritt in diesem Jahr für Deutschland beim ESC an – mit ihrem Song „Fire“. Auf dem Roten Teppich fragte sie der Podcast „Merci Cherie“, wie sie zum Feminismus stehe. Schließlich erscheint ihr neues Album unter dem Titel „Strong Girls Club“.

Auf die Frage antwortete sie direkt: „Feministisch würde ich nicht sagen. Weil ich einen ganz, ganz tollen Mann habe und ich mag auch Männer.“

Widerspruch zum Image der Frauen-Empowerment-Sängerin

Gerade bei Sarah Engels trifft eine solche Aussage besonders negativ auf. Denn wie auch ihr neuer Albumtitel „Strong Girls Club“ nahelegt, setzt sich die Sängerin eigentlich bereits für Frauen ein. In zahlreichen Interviews hatte sie sich für Solidarität unter Frauen und weibliche Stärke ausgesprochen. Ihre Musik greift diese Themen ebenfalls auf, und sie betreibt sogar eine Stiftung, die sich für Frauen einsetzt.

Feminismus bedeutet nicht Männerhass

Engels hat dabei jedoch eines offenbar noch nicht verstanden: dass Feminismus nicht Männerhass bedeutet, sondern es darum geht, Gleichheit zwischen den Geschlechtern herzustellen. Außerdem soll niemand aufgrund seines Geschlechts benachteiligt oder unterdrückt werden.

Einen Mann zu lieben und Männer generell zu mögen schließt es daher nicht aus, auch feministisch zu sein. Darauf machen nun viele Menschen in den sozialen Medien aufmerksam.

TikTok Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus TikTok
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Die Enttäuschung ist dennoch groß: Wer Songs über Frauen-Empowerment schreibt, aber selbst nicht wirklich weiß, was Feminismus bedeutet – kann man dann wirklich dahinterstehen?

Reaktionen der Fans und Auswirkungen auf den ESC

Im weiteren Verlauf des Interviews machte Engels allerdings aufmerksam, dass Frauen in vielen Bereichen unterschätzt würden. „Davon handeln auch viele Songs auf meinem Album: Dass man sich als Frau immer wieder beweisen muss und ständig das Gefühl hat, irgendwelche Erwartungen erfüllen zu müssen.“

Von Fans wird sie dennoch scharf für ihre Aussage kritisiert. „Ich glaube, da weiß jemand nicht, was Feminismus ist“ und „Vielleicht wäre es gut, das Wort zumindest einmal zu googeln“ sind Reaktionen aus dem Netz – aber auch humorvolle: „Hat sie jetzt Feministisch mit Lesbisch verwechselt??“

Ob ihr diese Aussage noch beim ESC schaden kann, bleibt offen. Bei einigen hat sie sich damit unbeliebt gemacht. Das ESC-Finale findet am Samstag, dem 16. Mai, in Wien statt. Dort stimmen Jury und Publikum über die Gewinner:innen der Show ab. Engels tritt dort mit ihrem Song „Fire“ auf – der übrigens ebenfalls von weiblicher Wut und Stärke handelt.