Schwach, nichtig, gesichtslos, Keane


Ihr stadionschwelgerischer Allerweltspop verlangt in seiner Indifferenz nach einem ebenso indifferenten Outfit. Keane packen's mit Bravour an, meint Stil-Kontrolleur Jan Joswig.

So sieht man also aus, wenn man es allen gerecht machen muss. Mixt man die komplette Farbpalette zusammen, entsteht auch nur ein Kackbraun. Kein Wunder, dass Keane wirken, als würden sie von Tom Tailor oder S.Oliver eingekleidet werden, ihr stadionschwelgerischer Allerweltspop verlangt in seiner Indifferenz nach einem ebenso indifferenten Outfit. Ihre gesamte Künstleridentität ruft: „He, normale Leute, schämt euch nicht eurer Normalität. Ihr habt keine Kraft mehr, euch daraus zu befreien? Schon okay, guckt uns an, auf dem Pop-Olymp sieht es auch nicht anders aus.“ Ein scheiß Job, aber einer muss ihn machen: die Schwachen, Nichtigen, Gesichtslosen in ihrer Schwäche, Nichtigkeit und Gesichtslosigkeit bestärken. Keane packen’s mit Bravour an.