Stadt der Verbote: In New York darf in Bars und Restaurants wieder getanzt werden

Nach fast hundert Jahren wird das Anti-Tanz-Gesetz in New York aufgehoben. Die Mitglieder des Stadtrats haben einstimmig beschlossen, das New Yorker Gesetz abzuschaffen, das das Tanzen in Bars und Restaurants verbietet, die nicht mit einer richtigen „Kabarett-Lizenz“ ausgestattet sind. Sänger wie Billie Holiday und Ray Charles wurden durch das Gesetz an Auftritten gehindert.

In New York wurde das Gesetz 1926 während der Prohibition verabschiedet. Jedes öffentliche Geschäft das Essen oder Getränke anbietet ist demnach verpflichtet eine „Kabarett-Lizenz“ zu erwerben, damit die Gäste tanzen dürfen. Offiziell wollte man damit die Speakeasies bekämpfen, also Bars, in denen illegal Alkohol ausgeschenkt wurde. Besonders strikt ging man gegen Bars vor, in denen Weiße und Schwarze gemeinsam tanzten. Diese Regelung galt bis heute. Gegner kritisieren seit Langem, dass die „Kabarett-Lizenz“ nur sehr schwer zu bekommen sei. Ein Antrag sei mit extremem finanziellen und bürokratischen Aufwand verbunden. 2016 besaßen laut den zuständigen Behörden gerade mal 118 von über 20.000 Bars und Restaurants in New York eine solche Lizenz.

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Über die Jahrzehnte hinweg wurde immer wieder versucht, die „Cabaret Law” abzuschaffen. Jetzt dürfen New Yorker wieder die Hüften schwingen, nachdem der Gesetzesentwurf von Rafael Espinal, einem Stadtrat aus Brooklyn, vergangenen Dienstag vor den Stadtrat kam. Die Aufhebung muss nun von Bürgermeister Bill de Blasio unterzeichnet werden und ist 30 Tage nach ihrer offiziellen Genehmigung wirksam.


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