Stilkolumne: „Dandy Diary“-Blogger Carl Jakob Haupt verabschiedet den Fledermausstyle

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Es ist nicht so, dass Schwarz unbedingt die schlechteste aller Farben wäre. Oft bis immer liegt man damit – nun ja – goldrichtig. Aber so nicht. So ganz bestimmt nicht mehr. Das gilt für Jungs wie für Mädchen, weil dieser Look ja unisex ist.

Einzig an großen schwarzen Hüten, die häufig von Fledermausdamen in Kombination mit weiten Mänteln getragen werden, meint man das Geschlecht erkennen zu können. Hin und wieder greifen aber auch die Jungs dazu, was es nicht besser macht – und die Unterscheidung nahezu unmöglich.

Bye-Bye, Fledermausstyle! Schwarz aber geht immer noch

Genau diese Kombination aus Hut und Schlabbergewand sollte ab sofort wieder gealterten Ex-Models mit kilometerlangen Beinen und schlohweißem Haar vorbehalten sein – und keine Option für junge Berghain-Touristinnen auf einer halben Pille und etwas Ketamin. Besonders albern wirkt der Look jetzt, wenn der Sommer schneller heraneilt, als die Mode-Boutiquen ihre Kollektionen austauschen können. Wer bei Sonnenschein im Park in einen schwarzen Umhang gehüllt sitzt und seine Füße in Hunderte Euro teuren Lederstiefeln schwitzen lässt, möge bitte gut hinhören: Hört auf zu schwitzen. Wir sind doch längst weiter.

Schwarz, na klar, geht immer noch. Aber dann doch bitte sportlich, modern, mit Kunstfasern. Von Nike, von Adidas, auch von Porsche Design. Die Produkte können momentan nicht futuristisch genug sein. Dass das nicht mit Schlapphut und Fledermausmantel zusammenpasst, weiß selbst Rick Owens: Der grö̈ßte Verfechter des düsteren Gothic-Looks hat für Adidas hypermoderne Running-Schuhe entworfen und in seiner jüngsten Frauenkollektion so etwas wie Hollywood-Glamour mit goldenen Pailletten und funkelnden Mustern gezeigt. An Fledermäuse erinnert das nicht mehr.

Die Stilkolumne von Carl Jakob Haupt ist in der ersten Ausgabe von me.URBAN erschienen – seit 24. April am Kiosk.


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