tape.tv insolvent und offline

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Kurz nachdem die Google-Tochter YouTube sich mit der GEMA geeinigt hat, meldet tape.tv Insolvenz an. Der deutsche Musikvideo-Dienst war 2008 mit ambitionierten Plänen angetreten, man wollte das Musikvideo wieder attraktiver für Musikfans machen und mit einer stattlichen Redaktion dafür sorgen, dass tape.tv-User die besten und interessantesten Videos finden.

Jedoch war vermutlich ausgerechnet das Suchen und Finden von Videos eine der Schwächen von tape.tv, denn in den Suchergebnissen von Google fanden sich recht selten Videos des deutschen Video-Streamingdienstes, auch wenn das Unternehmen ab 2012 zunehmend versuchte, seine Sichtbarkeit bei Google mit redaktionellen Beiträgen zu erhöhen. Die Folge: Nachdem das Unternehmen von der Branchenseite „Gründerszene“ noch 2011 zum Start-up des Jahrzehnts gewählt wurde, musste tape.tv in den folgenden Jahren immer mehr einsparen.

2014 waren nur noch zwanzig Mitarbeiter dort angestellt. tape.tv-Gründer Conrad Fritsch ist im Sommer 2016 beim Autobauer Mercedes Benz als Leiter einer Digital-Abteilung untergekommen, und wenn man den (zwischenzeitlich wieder gelöschten) Abschiedsbrief auf der tape.tv-Homepage liest, konnten auch andere Mitarbeiter inzwischen neue Stellen finden. Das Know-How der verbleibenden 15 Mitarbeiter soll laut Insolvenzverwalter Oliver Sietzan an einen Investor verkauft werden. Zuletzt hatte das Unternehmen versucht, Konzerte live im Netz zu übertragen, musste dieses Geschäftsmodell jedoch mangels Sponsoren ebenfalls aufgeben.

Die Video-Inhalte von tape.tv wurden am 22. November 2016 um 12 Uhr vom Netz genommen. Format-Highlights von tape.tv (Zum Beispiel Mitschnitte des „Auf den Dächern“-Festivals) sind noch auf YouTube zu finden.

Auf der Homepage von tape.tv hatte sich das Unternehmen mit einem Abschiedsbrief an ihre Nutzer gewandt. Das Schreiben ist zwischenzeitlich wieder gelöscht worden, deshalb findet Ihr es hier noch einmal im Wortlaut:

Liebe Fans, Nutzer, Freunde und Partner,

kurz gesagt: Wir machen dicht. Als wir vor 8 Jahren gestartet sind, hatten Musikvideos im Netz noch keine Bühne. Das wollten wir ändern.

Mit Eigenproduktionen wie den “Auf den Dächern”-Konzerten und Web-Angeboten, unserem Videoportal und der express-App, haben wir es geschafft, kleine und große Künstler ein Stück näher an ihre Fans zu bringen.



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