The Notwist – Neon Golden

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Schon mit dem Vorgängeralbum SHRINK (1998) hatte sich die ernste und beeindruckend minutiös agierende ehemalige Hardcore-Band aus der südbayerischen Provinz zwischen Postrock, Electronica und Jazz so breit, dabei im überzeugend sicherem Stand aufgestellt, dass sie fortan nicht mehr als Band, sondern als Institution behandelt werden sollte. Als vier Jahre später endlich NEON GOLDEN als Fortsetzung ihrer nach innen und außen forschenden Arbeit (der Radiohead-Vergleich fällt immer wieder in diesem Zusammenhang) willkommen geheißen wurde, verblüfften The Notwist ihr Publikum mit der Unmittelbarkeit ihrer neuen, in der Mehrzahl folkigen und bluesigen Songs. Keine Frage, den Lagerfeuertest würden bis zu acht der zehn Stücke bestehen, auch wenn der verhuschte, introvertierte Vortrag von Micha Acher keine Schunkelrunde verspricht. Erst eine ausführliche Beschäftigung mit NEON GOLDEN belohnt das sich nur allmählich entblätternde (zudem ganz schön auf den Dub gekommene) Album mit unzähligen, zuweilen fast kniffeligen Details und wunderschönen Malen. Nur selten ist schlaue Musik gleichzeitig so freimütig und empfindsam.

ME 2/2002:

„Die Acher-Brüder haben sich von Weilheim in die Welt bewegt, ohne sich um die eigene Achse zu drehen.“

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