TORO Y MOI

Im Berliner Comet Club präsentieren Toro Y Moi ein leichtfüßiges Zitat-Feuerwerk.

Chillwave ist tot – und Chaz Bundick alias Toro Y Moi, der 2009 zusammen mit Washed Out und Neon Indian als Aushängeschild dieser Genre-Neuschöpfung galt, als musikalische Wundertüte wiedergeboren. In seinem Sound stecken heute die verschiedensten Einflüsse. Zitatpop ist das Ganze, und doch wirkt an diesem Abend nichts lehrmeisterlich.

Chillwave nannte man eine verwaschen klingende Spielart von Synthie-Pop. Weitaus treffender als diese etwas alberne Wortschöpfung beschrieb das synonym benutzte Hypnagogic Pop diese Art von Musik – zumindest im Falle von Toro Y Moi. Als hypnagoger Zustand gilt die Phase zwischen Wachsein und Schlaf, in der sich Gedanken und Assoziationen aneinanderfügen und in die Welt der Träume überführen. Auch wenn Bundicks Sound im Bandformat deutlich knackiger klingt, geht das hypnogoge Element seiner Musik auf der Bühne nicht verloren.

Die frühen Songs wirken jedoch ein Stück aufpoliert, auch durch Bundicks soulige Stimme. Wie hinter einer Milchglasscheibe hervorgezogen mutet die an. Die neuen Stücke vom kürzlich erschienenen ANYTHING IN RETURN sind ohnehin mehr Pop als früher. Bundick bedient sich bei deren Inszenierung seines umfangreichen Wissens auf sympathisch unprahlerische Weise. Es geht ihm nicht um Distinktion, sondern um Zugänglichkeit. Er nimmt sein Publikum Huckepack. Bescheiden und toll.

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