Trauerfall


Mit gutem Musikfernsehen geht's zu Ende.

Onyx, ohnehin der unappetitlichste unter den deutschen Musiksendern, hat im Jahr 2001 alles dafür getan, noch schlechter zu werden. Mit Erfolg: Des nachts laufen jetzt Erotikfilmchen, die eigentlich schon in den Siebzigern verboten waren. Zappen wir zu MTV. Die beste Idee der Mannschaft um Catherine Mühlemann dieses Jahr war, Ali G.für die „MTV Europe Awards“ zu engagieren. Der Mann machte großartig fiese Gags und analysierte kurz und knapp, dass nicht zwangsläufig alles nach dem 11. September schlechter wurde. „Every cloud got Its silver line in it“, sagte Ali G. – und freute sich ein Loch in die Hose, dass Gestalten wie Britney Spears angesichts der bedenklichen Weltlage auf eine Live-Performance verzichteten. Ansonsten ist die Lage bei MTV bedenklich. Einziges MTV-Gesicht mit Kompetenz und Wiedererkennbarkeit ist und bleibt Markus Kavka. Sophie Rosentreter ist übrigens auch noch beim Sender. Warum eigentlich? Hinüber gezappt in den Kölner Mediapark. Zu VIVA. In dessen nach wie vor quietschebuntem ersten Kanal feiert Mola Adebisi demnächst 25-jähriges Dlenstjubiläum, derweil das großartige zweite Programm – weil chronisch defizitär – in der ersten Januarwoche abgeschaltet wird. Was folgt ist VIVA PLUS, und das ist laut Big Boss Dieter Gorny „international, interaktiv und informativ“. Aha. Auch nicht erhellender ist das, was Dominik Kaiser, dem Geschäftsführer von VIVA PLUS, zum neuen Sender eingefallen ist: Er schwadronierte vom „CNN des Musik-TV“.