Trio Rio


Alles Lüge!! Grad deshalb sei hier ein Hamburger Boulevard-Blatt zitiert: „Die Studioband hatte ihre Schwierigkeiten, den Erfolgs-Sound auf die Bühne zu bringen … Dazu die dünne Stimme von Lead-Sänger Peter Fessler…“ Wer’s glaubt, der war wohl nicht dabei.

Daß es nicht gerade hip ist, eine grundsolide Liveband ohne Image und Popstar-Aura rauszustellen, ist das Medien-Dilemma für die Kölner Band mit internationaler Besetzung. Aber es bleibt festzuhalten: Trio Rio ist on stage allemal stärker als die nach immerhin zwei Tippeltour-Jahren eingespielte LP. Den mittlerweile acht Musikern (incl. Background-Vocalduo, Gitarre,

Percussion) scheint das Abräumen mittelgroßer Hallen immer noch Spaß zu machen.

Seit „New York – Rio – Tokio“ zur Lieblingshymne biederen Fernwehs aufstieg, finden sich mehr Kids und penetrante Mitklatscher im Publikum. Man sollte Trio Rio daran ebensowenig messen wie an den Single-Auskoppelungen (die Schnulze „I’m Still In Love With You“ läßt die Latin-Qualitäten von Trio Rio erneut außen vor). Dabei hat der souveräne junge Keyboarder Oliver Heuss wesentlich Originelleres zum Repertoire beizusteuern. Ganz zu schweigen von Highlights wie „San Francisco Eve“ aus der Feder von Peter Fessler.

Der häufig mit AI Jarreau verglichene Sänger sieht zwar immer noch aus wie frisch vom Bund. Er tanzt aber wenigstens nicht mehr ganz so zickig-gigolohaft wie ehedem. Gesanglich sollte er — oh Soul, Seat oder Brasilianisches — über jeden (auch den oben zitierten) Zweifel erhaben sein. Zu den Vorzügen von Trio Rio zählt, daß alle BandmitgliedeT für markante Gesangseinlagen gut sind. Trio Rio ist — wie die Kollegen von der Firma Fritz Brause — unterhaltsam, ohne deshalb gleich aufregend zu sein.