U2 – The Joshua Tree

Auf einen befreienden Lacher, ein Augenzwinkern wartet man vergebens. Hier werden die großen Themen verhandelt, mit blutigem Ernst. Das mag auf den einen oder anderen, der in den ironietriefenden Neunzigern sozialisiert wurde, befremdlich wirken. Aber die U2 der Achtziger waren so humorfrei wie eine Predigt von Kardinal Josef Ratzinger. So setzte sich Bono in drastischen Worten mit dem Tod eines Freundes auseinander („One Tree Hill“), beklagte soziale Missstände („Red Hill Mining Town“) und staatliche Willkür („Mothers Of The Disappeared“) mit einer Intensität, die einen schaudern lässt. Mehr Herzblut, mehr Kraft, mehr Hoffnung kann man nicht in eine Platte packen. Wer nun einwendet, die Überhits „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ und „With Or Without You“ seien von Dudel-Radio und tumben Studipartys ihrer Seele beraubt worden, höre sich das Album in einer ruhigen Stunde mal ab Track vier an.

Produzenten: Daniel Lanois, Brian Eno

Beste Tracks: „Where The Streets Have No Name“, „With Or Without You“

Ist ja hochinteressant … Vertieft in die Aufnahmen zum Album vergaß Bono peinlicherweise über den Geburtstag seiner Frau Ali; als Wiedergutmachung schrieb er den Song „Sweetest Thing“ für sie.

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