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US-Moderator nennt Radiohead „Coldplay des armen Mannes“

Der US-amerikanische TV-Sender Fox News ist für vieles bekannt: Xenophobie, Rassismus, erzkonservative Werte. Für seine musikalische Fachmeinung war er bisher nicht bekannt – und wird es ab dieser Woche auch nie werden.

Der Grund dafür heißt Greg Gutfeld. Der Moderator der gleichnamigen Talk-Show hatte zu Beginn des Monats die Komikerin Katherine Timpf zu Gast, die sich ein paar Scherze auf Kosten der für die Rock’n’Roll Hall Of Fame nominierten Radiohead nicht entgehen lassen konnte. Sie beschrieb die Musik der Band als „ausgedehntes Wimmern über Klingelton-Geräusche“ und das Typen, die Radiohead hören, in der Regel „komisch, unterernährt und traurig“ seien. Das kann man durchaus als albern ansehen – oder eben drüber lachen. Das tat beispielsweise Radiohead-Gitarrist Johnny Greenwood und änderte seine Twitter-Biografie in eben jenen Dreiklang: „Komisch, unterernährt, traurig.“

Damit könnte diese kurze Episode des US-amerikanischen Humors abgeschlossen sein – hätte Greg Gutfeld nicht in seiner Sendung vom 21. Oktober erneut Katherine Timpf zu Gast gehabt. Das nutzte er, um aus dem Witz der Komikerin Kapital für sein eigenes Ego herauszuschlagen.

„Ich hab‘ eine Idee für ein Halloween-Kostüm, das wir alle tragen sollten. Eines, in dem wir depressiv, unterernährt und traurig aussehen“, begann Gutfeld seinen Vortrag, um die Pointe dann direkt abzuliefern: „Wir gehen als Radiohead-Fan!“ Als sei das nicht schon peinlich genug, wiederholte Gutfeld die Pointe immer wieder, wie ein bemitleidenswerter Vater, der nicht nachvollziehen kann, dass sein Sprössling nicht über seinen Blondinenwitz lachen kann: „Kat, als Radiohead-Fan! Wir gehen als Radiohead-Fan!“

Doch es wurde noch absurder. Nachdem Timpf endlich auf Gutfeld einging und noch zwei, drei belanglose Sätze zu ihrem fast vier Wochen alten Witz sagte, kam Gutfeld mit der wohl unsinnigsten Rezension einer Band aller Zeiten um die Ecke: „Weißt du, Radiohead sind eine nette Band. Das Ding ist nur, dass sie alles von Coldplay geklaut haben.“ An dieser Stelle stoppen wir kurz und reüssieren: Radiohead, gegründet 1985, sollen ihre musikalische Identität also von Coldplay, Gründungsjahr 1996, abgekupfert haben.

Radiohead, die bis zu Coldplays Gründung mit PABLO HONEY und THE BENDS bereits zwei Alben herausgebracht haben, sind für Gutfeld nichts anderes als das „Coldplay des armen Mannes.“ Dieser arme Mann weiß dementsprechend zumindest die markerschütternden Leistungen von OK COMPUTER (1997) und KID A (2000) zu schätzen, bevor mit Coldplays PARACHUTES (2000) das gelobte Land des Radio-Rock Einzug über uns hielt – glaubt man zumindest Fox-Scherzkeks Gutfeld.

„Das Ganze hier bringt mich dazu nach Hause zu gehen und ein wenig Nickelback zu hören“, wirft ein weiter Studiogast zum Ende der Diskussion ein. Bleibt nur die Frage, wann Greg Gutfeld die Foo Fighters als billigen Abklatsch der Band um Chad Kroeger bezeichnet.

Seht euch die unsinnige Diskussion hier an:


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