Whodini

Eigentlich sind Whodini die Erfindung von Mr. Magic, dem RadioRapper von New Yorks WBLS-Station. Er war es nämlich, der

„Magic’s Wand“ schrieb, bevor er sich seinem Job zuliebe entschloß, das Projekt in die Hände seiner Partner John Fletcher (Ecstasy) und Jalil Hutchins (der sich heute Whodini nennt) zu legen.

Für Whodini war „Magic’s Wand“ mit seinen orkanartig lospolternden Simmonds-Drums und Thomas Dolbys querlaufenden Keyboards ein respektabler Beginn. „The Haunted House Of Rock“, ihre zweite, auch in Deutschland erfolgreiche Single, könnte aus einem Drehbuch von Horror-Filmer John Carpenter stammen. Whodini, ein gedrungener, gutmütiger Mitt-20er aus Brooklyn, hat ohnehin eine Ader fürs Makabre: Als ich ihn anläßlich der „Formel 1“-Aufzeichnung von „Haunted House“ in München treffe, schlage ich ihm spaßeshalber vor, sich aus einem bereitliegenden Bettlaken eine Ku Klux Klan-Kutte zu schneidern. Er geht zu meiner Überraschung prompt darauf ein und verkleidet einen seiner Leute, der dann zwischen Ecstasy und Whodini auf der Bühne herumgeistert. Ich kann mir schwer vorstellen, daß Whodini sein soeben erschienenes Debüt-Album für das Nonplusultra hält: Ich tue es ehrlich gesagt auch nicht. Die Hälfte der acht Songs besteht aus den zwei bekannten Singles (respektive ihrer Instrumentals), und höchstens das halb gerappte, halb gesungene „Yours For A Night“ schließt zu deren Klasse auf. Sagt Whodini: “ Wir wollen schließlich keine Außenseiter werden; unsere Platten sollen kommerziell genug sein, um im Radio zu laufen!“ Als Mr. Magics rechte Hand sollte er wissen, wovon er spricht.

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