Wie kann man aus dem Terror von Hanau nur einen Film machen?

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Kaum ein Ereignis machte so deutlich, wie dringend der Kampf gegen Rechtsextremismus in Deutschland angegangen werden muss, als der Terror vom 19. Februar 2020. An diesem Tag tötet der 43-jährige Tobias R. aus Hanau neun Menschen, danach seine Mutter und schließlich richtete er sich selbst.

Das Entsetzen über diese beispiellose Gewalttat gehört seitdem zur Diskussion um den Massenmord dazu und begleitete dann auch die Meldung, dass Uwe Boll – nicht gerade bekannt für sensibel inszenierte Leinwandstoffe – ein filmisches „Psychogramm eines Massenmörders“ aus den schrecklichen Geschehnissen machen will.

Boll, auch schon als schlechtester Regisseur aller Zeiten betitelt, nannte seine Produktion zwischenzeitlich sogar „Actionfilm“. Die Ablehnung des Filmprojekts ließ nicht lange auf sich warten. Die Stadtverwaltung und Familien der Opfer baten in einem offenen Brief, den Film nicht zu realisieren.

„Stadt und Angehörige sind entsetzt“

Inzwischen ist „Hanau“ aber tatsächlich abgedreht. Und Uwe Boll scheint sich von der drastischen Kritik an seinem Projekt nicht aus der Reserve locken zu lassen. Im Gegenteil: Der Trailer nimmt die Kontroverse um die Vorstellung, aus dem Terror von Hanau einen Film zu machen, fast schon zu genüsslich auf.

In den kurzen Clip montierte Zitate bilden die erbitterte Diskussion ab – nach dem Motto: „Dürfen Filme wirklich alles?“. Zugleich wird ersichtlich, dass es dem Regisseur vor allem auch darum geht, darauf hinzuweisen, wie ein anscheinend haltloser Mann sich über viele Jahre radikalisierte und durch Fake News jeden Bezug zur Realität verlor.

„Hanau: Deutschland im Winter – Part 1“, wie der Film konkret heißt (und einen weiteren Film über den Rechtsterror von Boll vermuten lässt), kann in unmittelbarer Nähe zum Jahrestag des Attentats ab 17. Februar gestreamt werden. Ab 04. März wird er auf DVD und Blu-ray erhältlich sein.


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