Eagles Of Death Metal sagen im Bataclan-Prozess aus

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Jesse Hughes, der Sänger der Eagles Of Death Metal, und Gitarrist Eden Galindo mussten am Dienstag (17. Mai) in Paris vor Gericht über die Ereignisse des 13. November 2015 sprechen. Die Band hatte damals im Bataclan gespielt, als mehrere schwer bewaffnete islamistische Terroristen das Konzertgebäude stürmten und wahllos das Feuer auf das Publikum eröffneten.

Der Abend habe sein Leben „für immer verändert“, sagte Jesse Hughes gleich zu Beginn seiner Anhörung vor Gericht in Paris. Er habe sofort wusste, dass der Veranstaltungsort angegriffen wurde, während die Band ihren Song „Kiss The Devil“ spielte.

„Da ich aus einer Wüstengemeinde in Kalifornien stamme, kenne ich das Geräusch von Schüssen“, sagte der 49-Jährige und deutete zugleich an, dass man ums eigene Leben fürchtete. „Man konnte den Tod spüren.“ 90 Menschen wurden im Bataclan getötet, viele weitere verletzt.

„Vermächtnis des Terrors“

Über die islamistischen Attentäter sagte Hughes zuvor zu Journalisten: „Ich vergebe ihnen und hoffe, dass sie selbst Gottes Frieden finden.“ Der Sänger der Eagles Of Death Metal gilt als überzeugter und praktizierender Christ.

Hughes schloss seine Aussage mit der Feststellung, dass die Täter versucht hätten, ein „Vermächtnis des Terrors“ zu hinterlassen, aber dass man letztendlich „Rock And Roll nicht töten kann“.

Eagles of Death Metal

Gitarrist Galindo drückte unterdessen seine Trauer über die zahlreichen Opfer aus und gestand vor Gericht, dass der Anschlag schwere Folgen für ihn hatte. „Ich lebe ein anderes Leben“, sagte er. „Ich werde nie wieder derselbe sein.“ Galindo verließ die Eagles Of Death Metal unmittelbar nach den Ereignissen.

Jesse Hughes‘ bizarre Statements nach den Anschlägen

Während die amerikanische Band nach der Terror-Attacke, bei der keiner der Mitglieder verletzt wurde, von der internationalen Musikgemeinde unterstützt wurde, äußerte sich Jesse Hughes anschließend in mehreren Interviews unerbittlich über die Ereignisse und inszenierte sich dabei als Waffennarr, der die Polizei für ihr zögerliches Verhalten kritisierte und Angestellte des Sicherheitsdiensts im Bataclan beschuldigt, Komplizen der Attentäter gewesen zu sein.

Das sorgte 2016 dafür, dass der Sänger zur Wiedereröffnung des Bataclan im Jahr 2016 an der Tür abgewiesen wurde, obwohl er zuvor seine Aussagen zumindest relativiert hatte. Ein Türsteher bezeichnete dies später als Quatsch und betonte, dass der Musiker gar nicht rein wollte.

Die Ereignisse rund um den Terroranschlag auf das Bataclan wurden 2017 zum Gegenstand einer umfassenden Film-Dokumentation mit dem Titel „Eagles Of Death Metal: Nos Amis“.

In Paris werden die November-Anschläge derzeit in einem Mammut-Prozess aufgearbeitet, neben einem Strafverfahren, bei dem sich 20 Angeklagte für die Taten verantworten müssen, darunter mehrere mutmaßliche Helfer der Attentäter, gibt es auch noch einen Zivilprozess. Hauptangeklagter im Strafprozess ist das einzige noch lebende Mitglied der Terroristengruppe, Salah Abdeslam. Das Urteil soll Ende Juni ergehen.

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf rollingstone.de +++

Dieter Jakob

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