Wind of Otto

„Ottilein, du bist und bleibst unser Sonnenschein/Und siebst auch besser aus als Helmut Kohl das tut uns wohl.“ Wohl tat den 7000 Zuschauern jedenfalls die schräge Coverversion von „Wind Of Change“, die ihnen da in der Nürnberger Frankenhalle plötzlich um die Ohren pfiff. Otto I., Chef-Komiker der Deutschen und Herbergsvater aller Ottifanten, war aus der selbstgewählten Versenkung in Friesland aufgetaucht, um den Scorpions Bühne und Zugabe streitig zu machen. Er habe, so Otto, in seinem Rock ’n‘ Roll-Iosen Exil gräßliche Langeweile verspürt — und bot sich nach seinem ersten Einsatz gar an, die ganze Tour als Zugaben-Clown zu bestreiten. Das großzügige Angebot kam zu spät: Nürnberg war der letzte Gig der Deutschland-Tournee. Und Otto, genervt vom novemberlichen Nieselregen, ließ sich dann selbst den „wind of change“ um die Nase blasen: Er verzog sich in sein Sonnen-Domizil nach Florida.

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