Wir Sind Helden


Diese neue deutsche Erfolgsgeschichte will kein Ende nehmen - und das soll sie ja auch nicht.

Jetzt sagen wir es halt einfach mal, wie es ist: Jeder mag Wir Sind Helden. Frauen, Männer, Teenies, Punks, Studenten, Abiturienten und Lehrer. Politiker, Journalisten und andere Musiker wie zum Beispiel Nena, die bei einem Auftritt ein Wir Sind Helden-T-Shirt trug. Und natürlich die ME-Leser: Beim Pop Poll 2003 (siehe S. 24-27) waren die Helden neben den Whites Stripes und Robbie Williams die grofien Abräumer Ikein Wunder, es hat ja auch keiner die Band so exzessiv und liebevoll gefördert wie der Kollege . Kochl. Ja, es scheint fast so, als seien Wir Sind Helden genau das, worauf das mit seichten Casting-Shows und Reality-Soaps bis zum Erbrechen vollgestopfte Deutschland gewartet hat: vier junge, bodenständige, sympathische Leute -Pola Roy, Mark Tavassol, Jean-Michel Tourette und Judith Holofernes-, die Pop-Songs mit deutschen Texten schreiben. Herrlich erfrischende Texte sind das, mit einer guten Portion Konsumkritik, verpackt in hintergründigem Wortwitz. Und eine Band, die den Durchbruch ohne die üblichen Marketing- und Werbestrategien geschafft hat, kann es sich auch leisten, Konsumkritik zu üben. Ihre erste Single „Guten Tag“ rotierte schon im Radio und auf MTV, als Wir Sind Helden noch nicht einmal einen Plattenvertrag hatten. Den bekamen sie erst, nachdem Christof Ellinghaus von Labels Germany den Song zufällig im Autoradio gehört hatte. Ihr Debütalbum die Reklamation schaffte es in den deutschen Charts von Null auf Sechs. Von da an waren die Helden in den Medien omnipräsent. Jeder berichtete über sie, von Teenie-, Frauehund Klatschmagazinen bis hin zu den Fernsehnachrichten, und die Vier gaben bereitwillig ein Interview nach dem anderen und blieben dabei genauso freundlich und natürlich wie vorher. „Ich glaube, dass wir nur den Soundtrack zu etwas liefern, das sowieso schon da ist“, versuchte Judith Holofernes in einem Interview mit dem musikexpress den Wirbel, der um die Band gemacht wird, zu erklären. Kann gut sein, dass das der Grund ist, warum Wir Sind Helden 2003 einschlugen wie eine Bombe. Einige Sympathiepunkte wird ihnen aber auch die Tatsache eingebracht haben, dass sie, fleißig wie kaum eine andere Band, im letzten Jahr auch noch fast ständig Konzert- und Festivalgigs gespielt haben. Und bevor Sie, liebe Leser, jetzt ins Spekulieren kommen, was für Wundervolle Dinge wir von dieser Band 2004 so zu erwarten haben, lassen Sie sich gesagt sein, dass es zuerst einmal eine weitere Tour von Judith und ihren Jungs geben Wird.