von Frank Sawatzki
Alben
Nada Surf
The Stars Are Indifferent To Astronomy
Rock, schon wieder Rock. Von einer Band, die sich bereits in eingeschlafenen Indie-Socken eingerichtet zu haben schien.
Foto:
City Slang/Universal
Nada Surf - The Stars Are Indifferent To Astronomy
Warum auch im Universum einer 15 Jahre alten Band noch Dinge
geschehen, die Zeichen und Wunder zu nennen, keine Übertreibung
darstellt, wissen wir nicht. Wollen wir im Zweifelsfalle auch nicht
genauer wissen. Es könnte etwas mit der Erinnerung an
Sturm-und-Drang-Zeiten, mit den Glücksdrogen von der letzten Show
oder mit dem Energieüberschuss aus dem Proberaum zu tun haben. Wenn
schon die Plattenfirma von Nada Surf ganz unhöflich feststellen
muss, dass das Vorgänger-Album Lucky im Vergleich zu The Stars Are
Indifferent To Astronomy so sehr rockt wie ein kalter Teebeutel,
dann muss es sich um ein größeres Beben handeln. „Clear Eye Clouded
Mind“ zu Beginn kommt gleich mit einer Kraft und einer Wärme aus
der Garage geschossen, als hätte man Hüsker Dü mit einem bislang
unbekannten Song von 1986 wiederentdecken dürfen. Und es hört sich
mehr nach Grant Hart als nach Bob Mould an. Bei den übrigen neun
Titeln darf man sich der Autorenschaft von Nada Surf aber sicher
sein; von der mit Soundschichten kunstvoll umsponnenen
Akustik-Ballade „When I Was Young“ abgesehen, handelt es sich um
lauter Songs, die aus sich raus und schnell und direkt nach vorne
gehen, ohne diesen Funken Intimität zu verlieren, der die beste
Nada-Surf-Musik immer auszeichnete. Es rockt auf die
selbstverständlichste Art der Welt, inklusive der spindelig sich
aufdrehenden Gitarrensoli an den Stellen, die zuletzt noch im
Verdacht standen, Werbung für eingeschlafene Indie-Socken zu
treiben. Key Tracks: „Clear Eye Clouded Mind“, „Jules And
Jim“, „Teenage Dreams“
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