Jan Joswig kontrolliert: Bon Iver

Das Deckhaar hat er sich extra ausdünnen lassen, damit es so aussieht, als hätten es ihm die Wisconsin'schen Saatkrähen vom Kopf gepickt.

So sieht das aktuelle Beuteschema der Ponymädchen aus. Wollig, erdig, ehrlich. In der vorherigen Generation hing Jackson Browne an der Wand, jetzt Justin Vernon alias Bon Iver. Wie man einen Farmer aus dem 19. Jahrhundert beim Kirchgang mimt, den Bogen hat der klampfende Mitschnacker aus Wisconsin raus: die Erdschollen von den derben Chukka Boots geklopft, das Leinenhemd bloß nicht zu ordentlich gebügelt, die Frisur vernachlässigt. Das Deckhaar hat er sich extra ausdünnen lassen, damit es so aussieht, als hätten es ihm die Wisconsin’schen Saatkrähen vom Kopf gepickt. Musik, Videos, Garderobe – Vernon inszeniert minutiös das Gesamtereignis Naturbursche, das vorgibt, von jeglicher Inszenierung unbeleckt zu sein. Für diesen Winkelzug lieben ihn Menschen, die bei „Natur“ zuerst an Bambi denken.

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