10 Thesen zum Hörverhalten – These 8: Der Musikjournalismus zeigt sich an vielen Orten


Wie hören wir in Zukunft Musik? André Boße hat Experten befragt und Antworten gefunden. Hier These 8.

Wie hören wir in Zukunft Musik? Wird es noch Plattenläden geben? CDs? Vinyl-LPs? Wie kann es Bands gelingen, Geld zu verdienen? Und warum wird das Album zum Schmuckstück? Unsere Experten Alan McGee (Gründer des Labels Creation und 359 Music), Scott Cohen (Gründer des Musikvertriebs The Orchard), Andy Chen Chef des Streaming-Dienstes WIMP) und Tom Silverman (Gründer des Labels Tommy Boy) wagen einen Ausblick.

These 8: Der Musikjournalismus zeigt sich an vielen Orten

Wenn zu jeder Zeit alle Musik der Welt verfügbar ist – dann ist das vor allem viel zu viel. Die Musikwelt benötigt Experten, die Neues aufdecken und bewerten, Zusammenhänge erklären und Verweise geben. Man darf diese Qualität auch in Zukunft Musikjournalismus nennen. Er wird weiterhin in gedruckten Zeitungen und Zeitschriften zu lesen sein – denn Print stirbt nicht.

Es wird ihn aber auch an allen anderen Orten geben, an denen die Musik zu Hause sein wird. Einige Streamingdienste geben sich schon heute einen Magazincharakter; sie empfehlen Platten, tragen Bewertungen diverser Kritiker zusammen und erstellen redaktionelle Playlists.

Und auch gute Plattenläden informieren über die Musik. „Einige Jahre lang galt bei Musik- Empfehlungen der Tipp eines Freundes in den sozialen Netzwerken besonders viel, doch ich glaube, dass bald wieder die Stunde der Redaktionen schlägt“, glaubt WIMP-Chef Andy Chen. „Die Leute werden merken, wie viel Spaß es macht, von Experten Wissen zum Beispiel über den historischen Kontext eines Songs vermittelt zu bekommen.“