10 Thesen zum Hörverhalten – These 3: Vinyl wird bleiben

Wie hören wir in Zukunft Musik? Wird es noch Plattenläden geben? CDs? Vinyl-LPs? Wie kann es Bands gelingen, Geld zu verdienen? Und warum wird das Album zum Schmuckstück? Unsere Experten Alan McGee (Gründer des Labels Creation und 359 Music), Scott Cohen (Gründer des Musikvertriebs The Orchard), Andy Chen Chef des Streaming-Dienstes WIMP) und Tom Silverman (Gründer des Labels Tommy Boy) wagen einen Ausblick.

These 3: Vinyl wird bleiben

Wie man sich täuschen kann: Als Ende 1989 erstmals mehr CDs als Vinylplatten verkauft wurden, kündigte die Musikindustrie das baldige Ende der schwarzen Scheiben an. Das Motiv war klar: Die Leute sollten ihre liebsten Vinyl-Alben noch einmal auf CD kaufen. Der Plan ging auf, in den 1990er-Jahren verdiente sich die Musikindustrie eine goldene Nase.

Doch dann die überraschende Kehrtwende: Ab Anfang der 2000er-Jahre brachen die CD-Verkäufe ein, das Vinyl erlebt hingegen seit 2006 ein Revival: Weltweit verdreifachte sich der Umsatz mit Vinylplatten von 2007 (55 Millionen Dollar) bis 2012 (171 Millionen Dollar). An der Spitze der Vinyl-Charts stehen übrigens Künstler wie Jack White, Mumford & Sons und The xx, die sich zu Vinyl bekennen und hochwertige LP-Editionen veröffentlichten. „So wird es bleiben“, sagt Scott Cohen von The Orchard. „Vinylplatten werden auch in Zukunft das Lieblingsprodukt von leidenschaftlichen Fans sein, die Musik nicht nur über das Hören eines Songs, sondern über das Produkt definieren.“ Und mit dem Vinyl wird auch das Album als Format überleben.


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