111 Gründe, Heavy Metal zu lieben

Erstaunlich subtile Genrehommage.

Schön, wenn ein Buch so die Erwartungen unterläuft: Titel und Aufmachung drohen ein knallblödes Selbstbestätigungsbändchen mit feistem Humor an. Doch der Braunschweiger Autor Frank Schäfer lacht eher feinsinnig; zumindest die Metalfans meiner Jugend hätten ihn als “Studendekopp” geziehen, wenn sie Formulierungen wie “Mötley Crüe et alii” gelesen hätten.In kleinen Kapiteln erzählt er Anekdoten aus dem eigenen Leben und der Musikgeschichte, mal von leisem Spott durchzogen (wenn er sich etwa dem deutschsprachigen Frühwerk der Scorpions widmet), mal mit großem Nerd-Ernst vorgebracht (zum Beispiel wenn es um den Vergleich verschiedener Live-Alben von Thin Lizzy geht). Besonders hübsch sind stets die Momente, in denen Schäfer die Empirie seines eigenen musikalischen Schaffens befragt, bei dieser “ihrer Zeit um Jahrzehnte vorauseilenden Prog-Metal-Band Salem’s Law, der als Gitarrist anzugehören ich die große Ehre hatte”: Die stellte einmal fest, dass ihre Gitarrenriffs sich rückwärts abgespielt eigentlich besser anhören als richtigherum.

Schwarzkopf & Schwarzkopf, 288 Seiten, 9,95 Euro Felix Bayer – 25.12.2010

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.