Highlight: Was wurde eigentlich aus… der Alternative-Rock-Band Live und ihrem Sänger Ed Kowalczyk?

40 Grad, 10.000 Luftballons und Die Ärzte: der Mittwoch beim Sziget-Festival 2013 in Budapest

Über diese Brücke muss man gehen. Gemeint ist der Übergang zur Donau-Werftinsel Óbudai, auf der seit 1993 das Sziget-Festival stattfindet. Damals reichten einige Bierbänke für das Publikum aus, heute ist es mit knapp 400.000 Besuchern eines der größten europäischen Festivals. Das Festival startete mit ausschließlich ungarischen Künstlern – die Hungarian Music Stage gibt es 2013 immer noch. Am 5. und 6. August (Tag „-1“ und „0“) gehörte die Bühne vor allem jungen internationalen Band-Hoffnungen.

Nun ist ein Festival ohnehin ein Ort der Extreme, da gesellen sich in diesen Augusttagen noch Temperaturen von kuschelig warmen 40 Grad Celsius dazu. Die Besucher wissen aber mit den tropischen Bedingungen umzugehen – Ärzte kommen eigentlich nur dann, wenn sie, wie am Mittwoch, auf der Bühne stehen. Zunächst sind es aber die vor wenigen Jahren wiedervereinigten Skunk Anansie, die am späten Nachmittag dem Hochsommer trotzen. Sängerin Skin, im Pump-Kostüm mit goldenen Glitzerstreifen. So hat sie sich nach zwei Soloalben wieder mit ihrer in den 90ern gegründeten Band zusammengetan. Mittlerweile spielen sie sehr ordentlichen Alternative-Rock, dem es aber noch an einem Quentchen Catchyness fehlt. Die Fans ziehen dennoch mit und spielen auch Skins Meister-und-Sklave-Spielchen mit, als sie auch den Letzten im Publikum dominant zum Sitzen (und Wiederaufspringen) bringt.

Die Ärzte knüpfen im Anschluss gewohnt (selbst)ironisch an diesen Rockstar-Gestus an: Bei „Unrockbar“ wird auf Stichwort ordentlich gehüpft oder später mit Oberteilen gewedelt – die seien ja bei dem Wetter ohnehin obsolet, so Farin Urlaub. Die Berliner, die auf den ersten Blick immer noch wie in ihren Zwanzigern aussehen, sind dieses Jahr übrigens ihr eigenes Festival: im Rahmen ihrer Ärztivals-Tour sind sie derzeit mit Bands wie LaBrass Banda, Danko Jones oder Bonaparte auf Tour. Eingestreut sind diesen Sommer diverse Festivalauftritte wie der auf dem Sziget. Und diesen kann man bei diesen Temperaturen eigentlich nur mit einer Reggae-Version von „Westerland“ zu Ende bringen.



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