Chinesischer Ausverkauf

PEKING – Noch nie gab es im Vorfeld einer Olympiade so anhaltenden Protest: Wegen der Menschenrechtsverletzungen in China (unter denen die Zwangsumsiedlung von wohl 1,5 Millionen Menschen im Zuge der Vorbereitungen auf die Olympiade zu den harmloseren zählt), der Situation in Tibet, der chinesischen Auffassung von Pressefreiheit (Ja ja, Chinese Democracy!). Bewirkt hat alles nichts. Eine Entwicklung wie 1980, als viele westliche Länder die Olympiade in Moskau wegen des Einmarschs der UdSSR in Afghanistan boykottierten, ist undenkbar geworden. Weil sich in Politik wie Wirtschaft keiner gern mit der Weltmacht China anlegt (was für ein schöner, riesiger Absatzmarkt!), und weil es bei den Spielen selbst längst um viel zu viel Geld geht: Internationale Konzerne sind mit riesigen Summen bei dem werbewirksamen Event am Start – und das Internationale Olympische Komitee, das noch in den 70er Jahren Sportler von den Spielen ausschloss, wenn Zweifel an ihrem Amateurstatus aufkamen, ist heute vor allem eines: profit-orientiert. Die Spiele selbst wurden dann angesichts der desaströsen Anti-Doping-Politik nicht nur des IOC zu einem absurd verlogenen Spektakel. Die olympische Idee ist tot.

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