Eurythmics :: Savage

Welcher Teufel hat bloß Eurythmics-Mastermind Dave Stewart geritten? Jedenfalls war er bestens beraten, das neue Album Savage zu nennen. Quasi mit dem Titel liefert er schon die Rechtfertigung dafür, eine echte Schweineplatte abgeliefert zu haben. Vielleicht war er zuletzt mit zu vielen Fremd-Aufträgen (etwa Mick Jagger) beschäftigt. Oder seine Ehe fordert bereits den ersten Tribut. Denn Savage klingt über weite Strecken so, als habe der Meister lustlos seinen Computer mit ein paar Rhythmus-Mustern und vagen Harmonien gefüttert, dann die Programme abgerufen, aufs Masterband überspielt und Annie dazu singen lassen.

Langweilige, quälend unsensible Modern Talking-goes-Punk-Computerplaybacks lassen keine Freude aufkommen. Da ist nichts organisch, da lebt wenig. Da kann nicht einmal Lennox‘ Ausnahmestimme viel herausreissen. Im Gegenteil: Annie paßt sich der Mittelmäßigkeit (und das ist noch freundlich ausgedrückt) an und versucht mit ungewohnter Aggressivität, gesangliche Ekstase vorzutäuschen. Von den 12 Songs könnte man eine überzeugende Single machen: mit dem ruhigeren „Savage“ auf der A-Seite und dem in Intro a cappella-gospelnden „Brand New Day“ auf der B-Seite. Der Rest ist, gemessen am Eurythmics-Standard, schlichtweg enttäuschend.

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