Joe Cocker :: Unchain My Heart

Jemand, der heutzutage den Mut hätte, öffentlich seine Abneigung gegen Joe Cocker zu bekennen, würde wahrscheinlich von der aufgebrachten Menge auf der Stelle gelyncht. Der Mann aus Sheffield fällt voll unters Ponda-Syndrom: gefährdet, zerbrechlich, bärig gut.

Allerdings: Soo gut wie auf seinem neuen Album war er lange nicht mehr. Für den bluesigen, bissigen Sound sorgte eine über alle Songs konstante Band, zu der neben „Prefender“ T.M. Stevens (Baß) auch Gitarrist Phil Grande und Keyboarder Jeff Levine gehören, die des Guten nie zuviel tun und Joe alle Spotlights lassen.

Die Produzenten Charlie Midnight und Dan Hartman machen’s ebenso: wohltuende Zurückhaltung, kerniger, ehrlicher Sound (trotz aller Technik). Keine echten Song-Highlights wie beim letzten Mal („Inner City Blues,,), aber immerhin John Lennons „Isolation“ in einsamer Klasse.

Der Rest sehr homogen, stilsicher und Cocker pur: ein kräftiges Gebräu für alle Cocker-Hörigen,— der Mann war nie besser.

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