Randy Newman :: 12 Songs Good Old Boys

Ausgefallenes, anspruchsvolles und kontroverses Material, wie das Randy Newman für seine LPs Nr.2 und 5 schrieb, dürfte heute kaum noch die mindeste Chance haben, von einem der Plattenkonzerne veröffentlicht zu werden. Die lapidar 12 SONGS betitelte Kollektion von 1970 enthielt zwar einen ausgewachsenen Hit („Mama Told Me Not To Come“, von Three Dog Night zum solchem gemacht), aber dies Drogen-Lamento war noch vergleichsweise harmloser Kinderkram, wenn man daneben mal genauer den sexuellen, mordlüsternen und subversiven Phantasie einiger anderer Songs nachspürt. Im übrigen war Newmans satirisches Talent hier so unverkennbar wie sein Faible für die erotische Metaphorik des Blues („If You Need Oil“) und total anachronistische Populärmusik der 20er Jahre.

Das war nicht viel anders bei GOOD OLD BOYS, als Konzeptalbum so etwas wie ein historisches Panorama der amerikanischen Südstaaten. Hier paßten auch ein Liebes-(„Marie“) und ein Säufer-Bekenntnis („Rollin“‚) stilistisch perfekt. Das durch Rassismus und Sezessionskrieg begründete Arme-Leute-Trauma der Südstaatler hat kein anderer populärer Sänger so genial zu einem Song-Zyklus genutzt, wie er Newman mit GOOD OLD BOYS gelang.

In der klangtechnischen Qualität entspricht 12 SONGS im wesentlichen der ursprünglichen US-Pressung -— geringfügig bessere Höhen und Transparenz, wie man bei einigen Cooder-Soli hören kann. Hervorragend überspielt ist die zweite CD — perfekte Balance und instrumentale Abbildung auch bei den Streicherarrangements.

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