Radiohead :: The Bends

Ihr Meisterstück.

Auf dem zweiten Album der Poplärmer aus Oxford, die mit ihrem Knaller ‚Creep‘ 1993 für Aufsehen sorgten, befindet sich kein einziger schwacher Song. Und das ist selten geworden bei Musik aus England. Lyrisch und druckvoll präsentiert das Quintett Zwölf Songperlen, in denen sie ein dermaßenes Kaleidoskop der britischen Pop- und Rockmusik ausbreiten, daß einem die Tränen kommen. Ihre Ur-, Groß- und Väter sind die Beatles, David Bowie und Smiths, ihre großen Brüder The Jesus And Mary Chain. Dabei klingen Radiohead immer modern, jung und wesentlich prägnanter als Suede, mit denen sie zuletzt gerne verglichen wurden. Sänger Thom Yorke beherrscht sämtliche Songs in souveräner Manier und wenn er mit seiner markanten Stimme in die oberen Etagen spaziert, ist Feuer im Knochenmark und Dauer-Gänsehaut angesagt. Ideal ergänzt wird er durch die abwechslungsreichen Gitarren, die sich mal in Glam-Rock-Riffs, mal in sanfter Akustikbegleitung oder im hypnotischen Einsatz des Lautstärkepedals gefallen. Konnte man die Songs ihres Debüts PABLO HONEY (1992) noch getrost als respektable Reverenzen an Clash oder die frühen U 2 bewerten, zeigte sich auf den beiden nachfolgenden EPs, die in Deutschland zusammengefaßt als Mini-Album (MY IRON LUNG) veröffentlicht wurden, daß Radiohead weit mehr sind als nur eine musikalische Eintagsfliege, deren Mitglieder bei der Gründung vor acht fahren ihre Instrumente nicht anständig beherrschten. Denn mit THE BENDS haben die Radioköpfe nun ihr Meisterstück abgeliefert.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.