Belle And Sebastian – If You’re Feeling Sinister

„Wenn dir düsterlich zumute ist, dann geh zum Pastor, er wird vergeblich versuchen, dir den Schmerz darüber zu nehmen, ein hoffnungslos Ungläubiger zu sein.“ Was will uns Stuart Murdoch, der Sänger und Kopf des schottischen Septetts Belle And Sebastian mit diesem Rat, der der Platte ihren Namen gab, sagen? Daß er an etwas glauben möchte, nur nicht im Sinne einer Religion? Daß alles keinen Sinn hat? Was auch immer sein Herz bewegt, an die Oberfläche dringt purer Wohlklang. Eine zarte, melodische, pastellige Schönheit, wie sie seit den besten Tagen von Prefab Sprout kaum noch zu hören war. Es handelt es sich um die Art Gitarrenmusik mit den extra schwachen Verstarkern, bei der alternative Melodieträger wie Mundharmonika, Klavier, Streicher und Bläser jederzeit Vorrang haben. Als atmosphärische Addition zu einem Gesamtbild, das an Eric Rohmer-Filme und Oscar Wilde-Schriften erinnert. Dazu addiert sich ein Gesang, der das Gegenteil zu Macho ist: zart, weich, zerbrechlich. In aller Wärme ist diese Musik der rechte Soundtrack, um im Spätsommer zu sterben. Oder besser: einzuschlummern und vom Sterben zu träumen. Aber weich.

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