Jimmy Barnes :: Hart rockendes Urgestein

In puncto Plattenverkäufen und Popularität kann er es locker mit den Beatles, Stones und Madonna aufnehmen zumindest in Australien. Was absolut glaubhafte Rocker-Credibility anbelangt, übertrifft ihn niemand. Schon in den frühen Achtzigern erlärmte und ertrank sich Jimmy Barnes als Leadsänger der australischen Rustikalrocker Cold Chisel unvergänglichen Heim-Nimbus. Seine packende Live-Präsenz geriet zur wütenden, Lichtjahre vom Mainstream entfernten Mixtur aus Rock, Blues und Soul, heiß wie Lava und schwer wie Plutonium. Doch bei den divergierenden Temperamenten innerhalb der Band war ein stabiles Teamwork auf Dauer unmöglich, und so endete die Karriere von Cold Chisel 1982. Seitdem rockt Barnes solo mit ungeschliffenem Sangesorgan und nicht zu zügelnder Energie in wechselnder Begleitung all over the world. Trotz lebhaften Album-Outputs mal mit Promi-Flankenschutz (Mick Fleetwood, Carl Carlton), mal mit No-Names an seiner Seite – ist er doch ein Local Hero geblieben. Das kann sich aber noch ändern, besonders, nachdem er vor ein paar Monaten mit „Soul Deeper – Songs From The Deep South“, seinem bis dato persönlichsten Album, überraschte.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.