Gordon Gano – Hitting The Ground Cooking

Obwohl Gordon Ganos Solodebüt nach fast zwanzig Jahren gruppendynamischem Bordsteinkanten-Rock’n’Roll bei den Violent Femmes sich hauptsächlich aus Fremdinterpretationen freundlich verhandelter Künstler zusammenfügt, dringt aus jeder einzelnen Ritze sein Schweiß und sein Temperament. Eingespielt für David Moores Film „Hitting The Ground „, der nie einen Verleiher fand, soll sechs Jahre später wenigstens Ganos Soundtrack Gehör finden. Die Songs erreichen zwar selten die Qualität der gelungenen Femmes-Rückkehr FREAK MAGNET, doch die Interpretationen der illustren Gäste macht HITTING THE GROUND allemal zu einer beachtenswerten Platte. PJ Harvey muss im direkten Vergleich mit Ganos Genöle im zweifach vorgetragenen Titeltrack einfach scheitern, Lou Reed konnte auch mit einer heimlich in Abwesenheit des Komponisten eingespielten zweiten Gitarre und geändertem Text den etwas uninspirierten Funk-Fusion-Rocker „Catch ‚Em In The Act“ nicht retten. Schön hingegen, wie Frank Black „Run“ zerkreischt, John Cale das spröde Pianokleinod „Don’t Pretend“ zu einem John-Cale-Song macht und They Might Be Giants „Darlin‘ Allison“ eigenmächtig in ihr skurriles Revue-im-Westentaschenformat übersetzten. Wunderschön die zarten, weit weniger angestrengten Vorträge Gano’scher Rührstücke durch Mary Lou Lord, Linda Perry, Cynthia Gayneau und Martha Wainwright. Violent Femmes? Eben genau das Gegenteil.

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